Vaskulitis Nachrichten 4.2: Achtung Toter Zahn!

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Für Menschen mit einer Autoimmunkrankheit gilt es, Entzündungen zu vermeiden und, so vorhanden, sofort zu behandeln, denn jede Art von Entzündungsreaktion kann die Angriffe des Immunsystems gegen den eigenen Körper ankurbeln.

Aber wie eine Entzündung behandeln, wenn man noch garnicht weiß, dass ein Entzündungsherd vorhanden ist?

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Genau das kann der Fall sein bei Patienten mit wurzelbehandelten Zähnen. Ist ein Zahn, durch Karies oder einen Unfall so stark geschädigt, dass auch der Nerv betroffen ist, wird der Zahnarzt versuchen, den Zahn zu erhalten, indem er den Rest-Nerv und das geschädigte Nervengewebe entfernt. Er wird eine sogenannte Wurzelresektion vornehmen. Nach der damit verbundenen, aufwändigen Prozedur sind die meisten Patienten sehr erleichtert, denn sie fühlen keine Schmerzen mehr. Der Nerv, der einen Schmerzimpuls an das Gehirn abgeben könnte, ist ja entfernt. Das Ganze scheint überstanden zu sein.

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Leider stimmt das jedoch nur in 85 -90% der Fälle, wie Dr. Christoph Zirkel, niedergelassener Zahnarzt mit Schwerpunkt Endodontologie in Köln, in der Sendung „Sprechstunde: Zahnmedizin. Toter Zahn – was nun?“ des Deutschlandfunks am 15.01.2019 berichtete.

Warum die Wurzelresektion in 10 – 15% der Fälle nicht gelingt, erklärt sich aus dem Aufbau eines Zahnnervs. Er besteht aus einem weitverzweigten Geflecht, das in etwa aussieht wie ein Baumwurzelgeflecht mit vielen, immer dünner werdenden Würzelchen. Auch mit den heutigen, sehr feinen Instrumenten gelingt es nicht immer, das gesamte Nervengeflecht zu entfernen. Bleiben jedoch auch nur kleinste, abgestorbene Teilchen in den Zahnkanälen zurück, entwickelt sich daraus innerhalb von drei bis fünf Jahren eine Entzündung. Das Tückische daran ist, dass der Patient nicht mehr durch Schmerzen gewarnt wird. Es gibt ja keinen funktionierenden Nerv mehr, der ihm signalisieren könnte:

Achtung, Dein Zahn ist entzündet!

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Entdeckt werden solche Entzündungen daher zumeist erst dann, wenn sie bereits auf den Kieferknochen oder benachbarte Zähne übergegriffen haben und dann doch wieder Schmerzen verursachen. Der Zahnarzt sieht die Entzündungen dann auf einem (Doppler-) Röntgenbild oder MRT.

Eine genaue Kontrolle von wurzelbehandelten Zähnen, auch noch nach Jahren, ist also empfehlenswert für Autoimmun-Betroffene, also auch für Patienten mit der Autoimmunkrankheit Vaskulitis. Es kann sich lohnen: Denn einige Patienten, die Pro Vaskulitis bekannt sind, konnten nach einer Sanierung von entzündeten, wurzelbehandelten Zähnen erleben, dass sich ihre Entzündungswerte erheblich verbesserten und sie die Dosis ihrer immunsupressiven Medikamente, teilweise in erheblichem Maße, reduzieren konnten!

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2 Antworten zu Vaskulitis Nachrichten 4.2: Achtung Toter Zahn!

  1. Heidi Kittl schreibt:

    Wenn man einen toten Zahn hat und damit 2 Std. Im Wind steht, kann sich der Zahn do schlimm entzünden, das eine starke Entzündung entsteht. Bei meinem Patenkind ist zur Zeit das Gedicht do angeschwollen das man sie nicht erkennt. Schmerzen natürlich auch. Sie wurde in der Zahnklinik sitiert und aufgeschnitten. So langsam schwillt alles ab.
    Ihr Zahnarzt sagte,das wäre gekommen weil die auf den Sportplatz war.

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