Willkommen!

Neulich erhielt ich einen Brief. Auf Büttenpapier gebannt, in sorgfältiger Handschrift geschrieben – ich sah den ausgesucht schönen Füllfederhalter vor mir -, stand da der Satz:

Blogs sind oberflächlich!

Auf meinen Reisen durch die Blogwelt bin ich auf Menschen gestossen, die sich miteinander unterhalten. Oftmals gleicht es dem früheren Tratsch während der Wäsche am Brunnen, dem kurzen Scherzen über Nachbars Zaun hinweg, dem Fachsimpeln im Modelleisenbahnladen oder auf der Zuschauertribüne des örtlichen Fussballvereins. Haben wir diese Formen der menschlichen Kommunikation jemals als oberflächlich verurteilt? Sie sind Teil der Blogwelt, wie sie Teil jeder Dorfwelt gewesen sind.

Wieso legen wir bei dem geschriebenen Wort einen so hohen Maßstab an? Liegt es daran, dass in früheren Zeiten nur theologische und wissenschaftliche Werke aufgeschrieben wurden? Oder daran, dass nur eine Elite schreiben und lesen konnte, Papier teuer war und deshalb nur Ernsthaftes und Wichtiges seinen Weg auf ein Blatt fand? Nun, heute sind wir ein Volk von Alphabeten, Papier gibt es überall zu Niedrigpreisen zu kaufen, und elektronische Blattseiten sind sowieso wohlfeil. Die Bandbreite der Veröffentlichungen umfasst heute alle Lebensbereiche, ob auf Papier oder in einem elektronischen Medium.

Blogs sind flüchtig. Ihre Artikel, kaum veröffentlicht und gelesen, werden durch den jeweils nächsten ersetzt und verschwinden, falls überhaupt, in einem Archiv, aus dem sie zumeist nicht mehr hervorgeholt werden. Aber flüchtig ist eine Tageszeitung auch, zumals, wenn sie online herausgebracht wird. Flüchtig sind auch die Nachrichten im Radio und im Fernsehen. Nicht jede Zeitung, jeder Artikel, jedes Radio- oder TV-Programm hat Niveau, aber sind alle deshalb oberflächlich?

Auf meinen Reisen in der Blogwelt habe ich auch Menschen gefunden, die sich über Literatur, Politik, Musik und Religion unterhielten. Manchmal polemisch, manchmal streitsüchtig, ironisch, scherzend und oftmals sehr ernsthaft und tiefgehend. Im letzten Jahrhundert hätte  diese Kommunikation vielleicht per Briefwechsel stattgefunden. Einen grundsätzlich anderen Charakter hätte sie nicht gehabt. Allerdings, ein handgeschriebener Brief wird selten unreflektiert versandt. Die Schnelligkeit des Blogs verführt zu vorschnellen Veröffentlichungen. Nur,  liegt es nicht an uns Autoren, das Medium zu meistern und nicht zuzulassen, dass das Medium uns meistert?

Schreiben auf Papier oder im Blog – beides ist Kommunikation.                                              Es liegt an uns Autoren, auf welchem Niveau wir uns bewegen wollen.

Eure

P.S.: Weil auf diesem Blog nur dann Artikel erscheinen, wenn meine Wenigkeit oder andere Autoren wirklich etwas zu sagen haben, bitte ich jeden, der Interesse an diesem Blog hat, sich als Follower (oben rechts, unterhalb der oberen Menüleiste) einzutragen. Wird ein neuer Beitrag veröffentlicht, geht dann automatisch eine Benachrichtigung per E-mail heraus.

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2 Antworten zu Willkommen!

  1. Bart van Meurs schreibt:

    Dag Feder Fluesterin! Ik zag je commentaar op de blog die ik met 2 anderen ben begonnen „Deutsch-Nederlands“. Begrijp dat je ook Nederlands spreekt? Of vertaald via een hele goede vertaalmachine? In ieder geval leuk dat je je mening achterlaat. Ga nu kijken naar jouw blog.

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    • federfluesterin schreibt:

      Hartelijk welkom, Meneer van Meurs, op deze blog!
      Of ik Nederlands spreek? Althans doe ik er af en toe een poging… 🙂
      Uiteraard is het heel jammer, dat er in de bevolking van twee landen, die naast elkaar zitten en best veel met elkaar te maken hebben , vrij weinig belangstelling voor elkaar te vinden valt, ook al reizen Duitsers uit NRW met hun vakantie naar Nederland en kopen Nederlanders duitse autos en machines. Meer informatie en communicatie zou best kunnen!
      Ik verheug me op de verdere artikelen op Uw blog!

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