Magnolia

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MAGNOLIEN

von Renate Tank

Das Licht überküsste
einen unscheinbaren Baum
und tropfte aus Elfenbeinwachs
einen Traum,
der über Nacht so einzig ersteht
und Farbschauerblüten zum Himmel erhebt.

Diese Zartheit zu schauen,
 legt Zurückhaltung auf.
Denn nur im Verweilen blühen Kelche dir auf,
um die eine ganz besondre Sanftheit schwebt,
und die sich dann still in dein Innerstes legt.

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Vaskulitis Nachrichten 4.5: Was hilft gegen den Schmerz?

Polyneuropathien sind eine der möglichen und typischen Folgen einer Vaskulitis. Die Nervenschädigungen verursachen ständige und starke Schmerzen. Darüberhinaus erleben Vaskulitis-Patienten aber auch als Spätfolgen ihrer Autoimmunerkrankung und der damit verbundenen Osteoporose, Skelettschäden. Sie müssen sich dann mit oft starken Rücken-, Schulter- und Hüftgelenksschmerzen auseinandersetzen. Schmerzmittel sollen da Linderung bringen.

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Die gleichfalls Vaskulitis-bedingten Nierenschädigungen führen aber dazu, dass der Arzt Schmerzmittel, die über die Niere verstoffwechselt und ausgeschieden werden, aus Sorge um eine weitere Schädigung der Niere nicht verschreiben kann. Die verschiedenen Opiate und Cannabis, die die Niere nicht belasten würden, gehen dagegen vor allem in der Anfangsphase einher mit unangenehmen Nebenwirkungen, wie Übelkeit, Erbrechen und Müdigkeit. Längst nicht jeder Patient kommt damit zurecht. Auch für diejenigen Patienten, deren Nieren bisher keinen Schaden davongetragen haben, steht nicht das ganze Spektrum der Schmerzmittel zur Verfügung, weil einige von ihnen nicht zusammen mit immunsuppressiven Medikamenten eingesetzt werden dürfen. Das ist nicht nur ein Problem von Vaskulitis-, sondern z.B. auch von Krebspatienten. Die Wissenschaft ist daher auf der Suche nach neuen, besser verträglichen Schmerzmitteln und Methoden, um Schmerz zu bekämpfen.

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Im Fall von leichten Rückenschmerzen hat eine amerikanische Studie 2016 gezeigt, dass Patienten mit Yoga, also einer Methode, die körperliches Training mit einer meditativen Komponente kombiniert, eine bessere Schmerzlinderung erreichten als mit herkömmlichen Schmerzmedikamenten. Die Studie lief über 52 Wochen, mit einer Zwischenbilanz nach der Halbzeit, und umfasste 342 Probanden, ca 50% Frauen und 50% Männer, im Alter zwischen 20 und 70 Jahren. Die Patienten litten im Schnitt bereits seit 7,3 Jahren an ihren Rückenschmerzen. In der Studie erhielten jeweils 33% der Patienten Schmerzmedikamente, 33% ein kognitives Schmerzbewältigungs- und 33% ein Yogatraining, das sie einmal pro Woche für zwei Stunden besuchten. Sowohl nach der Halbzeit der Studie als auch am Ende waren die Ergebnisse eindeutig: Mit 43% – 45% der Patienten, die das kognitive Schmerzbewältigungstraining oder Yogatraining erhalten hatten, waren es 20% mehr gegenüber denjenigenPatienten, die Schmerzmittel bekommen hatten, die über eine klinisch relevante Verbesserung ihrer Schmerzen berichten konnten. Das Ausmaß der Schmerzlinderung betrug +/- 30%, gemessen am Anfangswert.

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Yoga und ein kognitives Schmerzbewältigungstraining wirken also, laut dieser Studie, bei leichten, chronischen Rückenschmerzen besser als herkömmliche Schmerzmittel, wobei Yoga und das kognitive Training, das in der Regel in spezialisierten Schmerzpraxen angeboten wird, sich offensichtlich in etwa gleich gut auswirkten.

Gerade für Vaskulitispatienten, die ja in der Regel jeden Tag bereits mehrere Medikamente zu sich nehmen müssen, könnte also Yoga oder ein Schmerzbewältigungstraining ein Weg sein, ihre Medikamentenlast etwas zu verringern.

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Eide Nouruz Mobarak!

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Dieses Jahr ist es das erste Mal, dass der Frühling wirklich da ist zum kalendarischen Frühlingsanfang. Nouruz feiern macht so viel mehr Freude, wenn die Wärme der Sonnenstrahlen ins Freie lockt, die ersten Knospen der japanischen Kirsche platzen und Forsythien, Narzissen, Tulpen und Hyazinthen in voller Blühe stehen!

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Es ist Frühlingsanfang mit Hunderttausenden von prächtigen Farben.

Die alte Welt erneuert sich.

Überall blühen die Tulpen, wie eine Braut mit Henna an der Hand.

Abū ‘Abd Allāh Ǧa‘far-i Rūdakī

( 858/859 n.Chr. – 940/941 n.Chr. in Rudak, Chorasan)

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Vaskulitis Nachrichten 4.4: Alternativmedizin

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Wenn eine promovierte Ärztin jahrelang als ausgebildete Homöopathin arbeitet, in ihrer eigenen Praxis, dann kann man davon ausgehen, dass sie von Grund auf von der Homöopathie überzeugt ist . Wie etwa 7000 andere Mediziner, die sich auf diesem Feld der Alternativmedizin bewegen.

Oder?

Nathalie Grams, die promovierte Ärztin, an der Universitätsklinik Zürich und in Heidelberg am Agaplesion Bethanien Krankenhaus im Bereich Geriatrie und Palliativmedizin ausgebildet, mit Fortbildungen in der Traditionellen Chinesischen Medizin und einem Abschluss mit der ärztlichen Bezeichnung „Homöopath“ , ausgerechnet sie bildet die große Ausnahme. Denn nach 6 Jahren Tätigkeit als Ärztin für Homöopathie bricht sie 2016 radikal damit und schließt sogar ihre zwar sehr gut gehende, aber damals noch nicht einmal abbezahlte, Privatpraxis.

Was hat zu dieser Kehrtwende geführt?

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Christian Weymayer, Wissenschaftler und Journalist, hatte sie, die Homöopathin, für ein Interview aufgesucht, in dessen Verlauf sie keine Antworten fand auf seine kritischen Fragen. Sie war irritiert, verunsichert, aber auch verärgert über sich selbst, dass sie ihm kein Paroli hatte bieten und die Homöopathie mit Argumenten hatte verteidigen können. Sie begann danach selbst zu recherchieren, ihre eigenen Fragen zur Homöopathie, die sie jahrelang in den Hintergrund verschoben hatte, zuzulassen, selbst mit anderen Ärzten und Wissenschaftlern zu sprechen. Das Resultat war ihr Buch Homöopathie neu gedacht – Was Patienten wirklich hilft.“, das 2016 im Springer Verlag erschien.

Und ihr Ausstieg aus der Homöopathie. Später wird sie in einem Interview sagen:

„Es war ein Gefühl, wie aus einer Sekte auszusteigen.“ *

Dabei hat Nathalie Grams die Homöopathie und ihre Protagonisten, ob Ärzte oder Patienten, in ihrem Buch nicht verteufelt. Im Gegenteil, sie hat nur versucht, das Gute daran auf eine neue Basis zu stellen und so zu retten.

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Das Gute, das sind z.B. die drei Stunden (!) Eingangsgespräch des Arztes mit dem Patienten. Es ist die genaue Aufnahme des Patientenhintergrundes, seiner Geschichte. So erhält der Arzt die Informationen, die ihn überhaupt befähigen, den Patienten adäquat zu behandeln oder ihn zielgerichtet an für sein spezifisches Leiden besser qualifizierte Kollegen zu verweisen. Mit anderen Worten, für seinen Patienten der Gesundheitsmanager zu sein. Privatpatienten bezahlen für diese eingehende Anamnese 120 – 150 Euro. Warum sind sie nicht bereit, für eine solche Leistung einen Schulmediziner zu bezahlen? Warum wird diese Leistung nicht von den gesetzlichen Krankenkassen getragen?

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Das Gute, das ist z.B. die Erkenntnis, dass ein gesunder Körper mit einem gesunden (also nicht mit Immunsuppressiva behandelten!) Immunsystem durchaus in der Lage ist, mit einer kleineren Erkrankung, etwa einem grippalen Infekt, ganz von alleine, ohne Medikamente, fertig zu werden. Der Patient muss seinem Körper nur die nötige Ruhe und Zeit dafür zugestehen. Dazu muss der Arzt aber so manchen Patienten erst ermutigen, ihm das nötige Vertrauen in seinen eigenen Körper vermitteln. Oder ihm Pillen oder Tinkturen verschreiben, die den Körper dazu ermuntern und befähigen sollen, die Krankheit selbst zu bekämpfen. Nur, tun sie das auch?

Das Gute, das ist auch die Kunst der Manipulation, die Homöopathen beherrschen. Sie lesen richtig, Manipulation. Denn das ist es, was die Anwendung eines Placebos ist. Homöopathische Mittel, die berühmten Globuli, enthalten Zucker – ausgerechnet Zucker…- jedoch keinerlei pharmazeutisch wirksamen Wirkstoff, das war Nathalie Grams – wie auch bereits 2015 der australischen und der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde nach Auswertung einer sehr großen Metastudie – im Zuge ihrer eigenen, intensiven Recherche dann doch endgültig klar geworden. Ihre Wirksamkeit beruht hingegen auf dem Placebo-Effekt, also einer psychischen Beeinflussung des Patienten, um eine biophysikalische Veränderung im Körper hervorzurufen.

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Diesen Placebo-Effekt systematisch zu nutzen, ist das Verdienst der Homöopathie! Das ist kein kleiner Verdienst, denn, wie mittlerweile in wissenschaftlichen Untersuchungen festgestellt, ca. ein Drittel eines schulmedizinischen Behandlungserfolges beruht tatsächlich rein auf psychischen Beeinflussungen, wie das Auftreten des Arztes, sein Kittel und Arbeitsgeräte, die „medizinische“ Atmosphäre der Praxis, daß eine „Pille“ verschrieben oder verabreicht wird.** Gaben Ärzte in Experimenten in den 1970ger Jahren Patienten ein Placebo, das sie ihnen gegenüber als Schmerzmittel kennzeichneten, so aktivierte der Körper der Patienten körpereigene Opioide, sodass tatsächlich ohne Wirkstoff der Schmerz zwar nicht genommen, aber doch eine Schmerzlinderung erreicht wurde. Placebos helfen selbst dann, wenn der Patient weiß, dass er ein Placebo zu sich nimmt, wie die Journalistin Denise Peikert in ihrem Artikel in der FAZ online vom 27.06.2017 berichtet.

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Aber Vorsicht: Kein Placebo der Welt war bisher in der Lage, eine schwere Krankheit, wie einen Krebstumor oder eine Vaskulitis oder auch eine Fehlstellung der Wirbelsäule, zu heilen! Die Stärke der Placebos liegt in der Linderung – nicht der Beseitigung! – von Symptomen, wie es etwa Schmerzen sind oder auch eine grippebedingte Abgeschlagenheit. Bei Schmerzmedikamenten könnte so die Dosis verringert werden, und damit mögliche Nebenwirkungen. Das allerdings ist doch etwas, bei dem es sich lohnen würde, es aus der Homöopathie in die Schulmedizin, vorzugsweise in der Form der Selbstkonditionierung, herüberzuretten, oder?

Weitere Info, auch über andere Formen der Alternativmedizin, finden Interessierte unter:

*https://www.welt.de/print/wams/vermischtes/article146898286/Wie-in-einer-Sekte.html

**https://www.faz.net/aktuell/wissen/die-macht-der-einbildung-ein-placebo-ist-die-beste-medizin-16045174-p2.html

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Sturmgedanke

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Einstweilen

Die alte Welt ist ein altes Haus
Und furchbar ungemüthlich,
Der Nordwind pustet die Lichter aus –
Ich wollte, wir lägen mehr südlich!

Ich wollte… Puh Teufel, wie das zieht!
Der Hagel prallt an die Scheiben,
Drum singt nur einstweilen das tröstliche Lied:
Es kann ja nicht immer so bleiben.

Arno Holz ( 1863 – 1929)


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März-Blues

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Frühlingsbote

Der Frühling weiß zu finden
Mich tief in Stadt und Stein,
Gießt mir ins Herz den linden
Fröhlichen Hoffnungsschein.

Manch‘ grüne Wipfel lauschen
Zwischen den Dächern vor,
Ein Lerchenklang durchs Rauschen
Der Stadt schlägt an mein Ohr.

Ein Schmetterling als Bote
Flattert im Wind vorbei,
Hinschwebend über das tote
Steinerne Einerlei.

   Heinrich Seidel

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Das stille Gemetzel

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Freiwilliges Engagement genießt in der Gesellschaft ein hohes Ansehen. Tatsächlich gibt es auch erstaunlich viele Menschen, die sich gerne für einen guten Zweck einsetzen. Immer mehr allerdings ziehen sich nach kurzer Zeit enttäuscht und sehr verletzt zurück, und engagieren sich danach nie wieder in einem solchen Rahmen. Sie haben erlebt, dass geklatscht, beleidigt, beschuldigt, beschimpft, gemobt und ausgegrenzt, diffamiert und intriguiert wird, Einer dem Anderen mißtraut, im Konkurrenzkampf um „Pöstchen“ und „Wichtigkeiten“ oder um vermeintlich oder tatsächlich gegensätzliche, aber vielleicht, bei etwas Dialogbereitschaft, garnicht so unversöhnliche Positionen und Auffassungen. Das Phänomen betrifft Tierschutzvereine, Patientenselbsthilfegruppen, Elterninitiativen, es zieht sich durch das gesamte Spektrum der Freiwilligenarbeit hindurch. Unter dem Strich bedeutet das einen enormen Verlust an Potential für die gesamte Gesellschaft.

Woran liegt das? Was sind die Ursachen?

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Liegt es daran, dass die Menschen in der Annahme, dass, wer Gutes beabsichtigt, seinen Mitmenschen auch immer Gutes tut, sich zu blauäugig an diese Aufgaben heranwagen? Oder fehlt es allen Beteiligten an Gesprächs-, Konflikt- und Lösungsfähigkeiten? Überfordern sich die Freiwilligen bei ihrem Dienst? Oder jagen sie der eigenen Selbstprofilierung auf Kosten der Anderen nach? Wird der Dienst am guten Zweck zum einzigen Lebensinhalt, für den man jeden, der – wenn auch vermeindlich – diesen Lebensinhalt kritisiert oder in Frage stellt, wegschlägt und bekämpft? Fehlt irgendwann der nötige Abstand? Versagen die Leitungspersönlichkeiten solcher Gruppen in ihrer Führungsaufgabe?

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Wie katastrophal schief und menschlich hochverletztend, ja vernichtend bis zum Selbstmord, die Arbeit in solchen Organisationen verlaufen kann, zeigt eindrücklich das Arbeitsklima in einer von ihnen, der man eigentlich spontan unterstellen würde, dass gerade sie sich um ein optimales, menschliches innerorganisatorisches Klima bemühen würde. Es ist Amnesty International. In ihr arbeiten Angestellte und Freiwillige zusammen. Dass die Organisation den Bericht über ihr internes Scheitern für jedermann zugänglich selbst auf ihre eigene Website gestellt hat, ist ihr hoch anzurechnen. Es zeigt, dass sie es ernst meint mit ihrer Absicht, einen radikalen Wandel zum Besseren anzugehen. Zugleich erlaubt sie damit anderen Nicht-Regierungsorganisationen, Vereinen, aber auch Selbsthilfeorganisationen den Blick auf sich selbst, und auf alles, was bei ihnen selbst schieflaufen kann im internen Umgang miteinander.

Das Leben ist kein Ponyhof. Eine Mitarbeit in so einer Organisation ist es, so zeigt der Bericht eindrücklich auf, leider eben auch nicht! Gerade deshalb stehen die Leitung, aber auch die Mitglieder der betreffenden Gemeinschaften in der Pflicht.

Ein selbstkritisches Verhalten und die Bereitschaft zur Korrektur und Veränderung der internen Strukturen und des internen Umgangs miteinander, wie es Amnesty International nun angeht, ist allen Freiwilligenorganisationen sehr ans Herz gelegt! Damit die freiwilligen Helfer nicht zu Opfern ihrer eigenen Organisation oder Gruppe werden….

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Vaskulitis Nachrichten 4.3: Blasenentzündung

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Blasenentzündungen, mit dem Fachwort Zystitis genannt, sind die Geissel aller Frauen. Das liegt an einem kleinen „Konstruktionsfehler“. Frauen haben nämlich einen kürzeren Harnleiter als Männer, und die Harnröhre und der Darmausgang liegen enger beieinander. Darmbakterien finden dadurch leichter Zugang zur Blase der Frau und docken dort an die Schleimhaut an. Zusätzlich verändert sich mit der Pubertät, aber auch in den Wechseljahren, sowie durch die Einnahme der Pille das Scheidenmilieu, was sich zugunsten der Bakterien auswirkt. Ich kenne keine Frau, die nicht schon mehrmals in ihrem Leben von einer Blasenentzündung betroffen war.

Allemal gefährdet sind jedoch Frauen, die, z.B. weil sie an der Autoimmunkrankheit Vaskulitis leiden, immunsuppressiv therapiert werden. Dass ihre Immunabwehr also durch die Therapie herabgesetzt wird, führt auch zu einer erhöhten Anfälligkeit für die Bakterien, die eine Blasenentzündung auslösen.

Was kann Frau also tun?

Vorbeugen

Zunächst einmal vorbeugen. Es klingt vielleicht banal, aber wir vergessen zu oft, unseren Unterkörper, aber auch die Füsse stets ausreichend warm zu halten, also entsprechend warme Kleidung und Schuhwerk, sommers wie winters, anzuziehen. Nabelfreie T-Shirts und dünnsohlige Sneakers im prillen Frühling und Spätherbst, hach, wie Bakterien DAS lieben… Was sie auch lieben, ist eine feuchtwarme Umgebung. Deshalb sollte die Unterwäsche einen hohen Baumwollanteil vorweisen, damit sie ausreichend atmungsaktiv ist. Polyesther ist da eher kontraproduktiv, zumal Slips aus dem Kunststoffmaterial sich nur bei Temperaturen waschen lassen, die Darmbakterien als pflegende Dusche empfinden, die sie aber nicht abtöten. Frau zieht dann mit dem gewaschenen Slip auch gleichzeitig wieder die alten Darmbakterien an. Zur täglichen Hygiene kann Frau besser nur Wasser nutzen, damit die Haut nicht zu sehr austrocknet und dadurch einen idealen Nährboden bildet für Bakterien. Ein herkömmliches Duschgel zum Reinigen des Unterleibs zu nutzen, ist deswegen keine gute Idee. Nach dem Toilettengang gilt es grundsätzlich, den Unterleib mit Toilettenpapier oder Wasser, aber immer von der Scheide Richtung Darm, also von vorne nach hinten, zu säubern, damit Frau die Darmbakterien nicht selbst zur Scheide hin befördert. Nach dem Geschlechtsverkehr ist es sinnvoll, auf die Toilette zu gehen und Wasser zu lassen, um so Bakterien aus der Scheide herauszuspülen.

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Täglich ein Viertel Glas Heidelbeer-, Preisselbeer- oder Cranberrysaft, so eine finnische Studie, soll durch die darin enthaltenen Tanine die Bakterienaktivität hemmen. Allerdings sei das hier, bevor sich jemand in Unkosten stürzt, mit einigem Vorbehalt erwähnt, denn die Datenlage scheint nach neueren Studien doch nicht ganz eindeutig zu sein. Auf jeden Fall aber sollte Frau insgesamt ausreichend trinken, ca. 2 Liter pro Tag, auch wenn es unangenehm ist, ggfs. auf eine öffentliche Toilette gehen zu müssen. Nur wenn Frau ausreichend trinkt, wird die Blase so gut durchgespült, dass Bakterien es schwer haben, sich an die Schleimhaut anzuheften.

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„Saufen wie ein Kamel“

Hat Frau sich allerdings bereits eine Blasenentzündung eingefangen, sollten sie , wenn sie immunsuppressiv behandelt werden, auf jeden Fall ihren Arzt konsultieren. Aber sie kann auch selbst aktiv werden. Im Anfangsstadium hilft viel Wärme und die Anwendung einer sogenannten Wasserkur, wie der NDR in der Sendung “ Visite“ am 12.02.2019 berichtete. Frau sollte sich dazu gedanklich ein Kamel zum Vorbild nehmen – es wird kolportiert, dass es innerhalb von 15 Minuten 200 Liter Wasser saufen kann. Ganz so viel muss Frau aber glücklicherweise nicht schaffen. Für die Wasserkur wird 1 Eßlöffel Natron – jede Hausfrau kennt Natron als Backpulver – in einem großen Glas Wasser aufgelöst und getrunken. Das Natron verändert den PH-Wert des Wassers. Dadurch werden die Bakterien in ihrer Aktivität behindert: Sie können sich weniger gut an die Blasenschleimhaut anheften. Außerdem lindert das Natron den Entzündungsschmerz der Blase. Alle 15 Minuten wird nun ein Glas Natron-Wasser getrunken, pro Tag 3 – 4 Liter. Puuh! Das ist ziemlich viel! Aber nur so werden die Bakterien regelmäßig aus der Blase ausgeschwemmt. Und wie gesagt, immer schön an das Kamel denken… 😉

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Impfung

Was aber, wenn Frau durch ihre Vaskulitis bereits eine so schwere Nierenschädigung davon getragen hat, dass die Trinkmenge pro Tag stark eingeschränkt werden musste? In dem Fall und wenn die Blasenentzündung schon weiter fortgeschritten ist, muss der Arzt zu Antibiotika greifen. Da es jedoch immer mehr antibiotikaresistente Bakterienstämme gibt, lässt Frau es besser garnicht erst so weit kommen, zumal die Antibiotika-Kur die Blasenschleimhaut trocken und spröde werden lässt. So ist der Nährboden bereitet für eine erneute Blasenentzündung. Dadurch kann Frau in eine regelrechte Spirale von sich aneinanderreihenden Blasenentzündungen und Antibiotika-Behandlungen geraten. Vorbeugen ist also besser als heilen zu müssen!

Gerade für nierengeschädigte, Vaskulitis-betroffene Frauen gibt es nun jedoch noch einen weiteren Ausweg: Der Arzt kann eine Impfung gegen die Blasenentzündung, die es seit kurzem gibt, verschreiben. Bei einer entsprechenden Indikation, etwa weil die Patientin tatsächlich in die oben beschriebene Spirale geraten ist, übernimmt die Gesetzliche Krankenkasse die Kosten. Als private Leistung kostet die Impfung rund 100 Euro. Eine gute Investition für stark betroffene Frauen, denn damit sind Blasenentzündungen endgültig passé!

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Des Kranichs Stimme

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Der kleine Origami-Kranich im Bücherregal, frühmorgens fällt er mir noch ins Auge. Bei frühlingshaften, ja fast frühsommerlichen Temperaturen im Rheinland scheint nach langer Zeit wieder die Sonne von einem blauen Himmel. Warm und sonnig genug für die Kraniche, die jedes Jahr aus Spanien ihren Weg über mein Haus gen Norden nehmen. Aber dennoch, jetzt im Februar wäre es schon noch reichlich früh.

Werden sie heute kommen?

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Als ich mittags ein paar Sommerblüher, die in der Garage überwintern, das erste Mal im neuen Jahr wieder heraus in die Sonne stelle, sind sie dann direkt über mir. Langgezogenes, rhytmisches Rufen. Sie fliegen sehr niedrig, große, schwarze Silhouetten gegen den blauen Himmel, bestimmt mehrere Hundert Kraniche, ein langer, V-förmiger Zug der majestätischen Vögel.

Jetzt besteht ein Zweifel mehr, der Frühling hält Einzug!

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„Merke du auf, sobald du des Kranichs Stimme vernommen,
Der alljährlich den Ruf von der Höh’ aus den Wolken dir sendet
Bringt er die Mahnung doch zum Säen,
verkündet des Winters Schauer…“

Hesiod
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