Geschützt: Vaskulitis Nachrichten 6.4: In einer Stunde geimpft

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Wieder Nouruz und wir sind immer noch in der Pandemie!

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Der Frühlingsanfang letztes Jahr und das Nouruz-Fest waren gekennzeichnet durch den Einstieg in die Corona-Pandemie. Das Virus war endgültig in Europa angekomen und sichtbar geworden, wütete in Italien, nachdem es von China aus dorthin getragen worden war. Erste Fälle traten in Bayern auf. Wir fingen an, in der Öffentlichkeit Masken zu tragen, am Anfang von Anderen bestaunt, auch belächelt, manchmal sogar angefeindet.

Liebe Leser, doch, hätten Sie vor einem Jahr gedacht, dass auf das erste Nouruz-Fest in der Corona-Pandemie noch ein zweites folgen würde, bei dem die Hasen auf dem festlich geschmückten Tisch, als Spiegelung der deutschen und europäischen Corona-Impfmisere, immer noch eine Maske tragen würden?

Der erste Lockdown kam, und, weil wir dadurch das Virus im Griff zu haben schienen, dann diese relative Sorglosigkeit der Sommermonate. Von ihr wollten die Deutschen sich einfach nicht wieder trennen. Oder schien das nur so zu sein, unter dem Eindruck des öffentlichkeitswirksamen Auftretens der Corona-Leugner? Waren die Politiker, waren wir als Mehrheitsgesellschaft eingeschüchtert oder einfach nur zu faul, den Mund aufzumachen und ihnen entgegen zu treten? Nur äußerst widerwillig und nur unter dem Zwang der exponentiellen Infektionszahlen Anfang des Winters hat Deutschland sich schließlich, deutlich zu zögerlich, von diesem Herbst der Corona-Illusionen verabschiedet.

Ein ganzes Jahr nach dem ersten Pandemie-Nouruz haben wir uns mittlerweile an die Masken gewöhnt, sie sind zu unserem Alltag geworden, genauso wie die distanzierten persönlichen Kontakte und der digitale Konzert- und Museumsbesuch. Aber trotz des unvermeidlichen, zweiten, harten Lockdown im Winter und mitten in einem Wiederaufatmen scheint uns das Virus nun endgültig die Hacken zu zeigen. Wir kommen den zahlreichen Mutationen, mit denen sich das Virus in Punkto Ansteckungskraft und Tödlichkeit ertüchtigt hat, nicht mehr nach. Morgen ist wieder ein Frühlingsanfang und doch stecken wir mitten in einer dritten Welle. Die Wirtschaft ächzt, die Intensivstationen laufen wieder voll, die Anzahl der Corona-bedingten Todesfälle wird in den nächsten Wochen ansteigen. Der zweite Lockdown verlängert sich schleichend in einen dritten.

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Laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) sind bisher lediglich 3,8 % der Bevölkerung von Deutschland vollständig geimpft. Und das liegt nun nicht an den Corona-Leugnern und Impf-Skeptikern. Es liegt an der Impfstoffversorgung. Die Impfstoffproduktion läuft zwar auf Hochtouren, aber Deutschland und die EU werden nach wie vor, so hat es den Anschein, im Vergleich zu Großbritannien, Israel und den USA in homöopathischen Dosen mit Impfstoff versorgt. Zugleich wird von Europa aus Impfstoff in alle Welt, auch in die soeben genannten Staaten geliefert. Wie kann das sein?

Warum wurde in den Impfstoff-Verträgen mit den Herstellern nicht sichergestellt, dass die Lieferungen an die EU Vorrang vor evtl. Exporten in nicht-EU-Länder haben? Großbritannien hat da, einer Krisensituation angemessen und vorausschauend gehandelt und genau diese Klausel in ihre Verträge aufgenommen. Und lassen Sie uns über eines im Klaren sein: es ging und geht dabei nicht nur um das gesundheitliche Wohl der eigenen Bürger, sondern in hohem Maße auch um einen internationalen, wirtschaftlichen Wettbewerb, denn je eher ein Land aus der Pandemie herauskommt, umso geringer der Schaden an der eigenen Wirtschaft. Wo war denn da die Management-Kompetenz der EU und Deutschlands?

Warum wurde die in Deutschland ansässige Firma Biontech nicht viel früher bei der Suche nach einem europäischen Partner für die Herstellung der eigentlich angestrebten Krebsmedikamente, aber vor allem dann auch seines Impfstoffs proaktiv von der EU und der deutschen Regierung unterstützt? Sicher, Pfizer ist ein hohes finanzielles Risiko eingegangen in der Impfstoff-Kooperation mit Biontech, und ohne die Finanzkraft und das organisatorische Netzwerk des Großunternehmens hätte die nur 1300 Mann starke Start-up-Firma Biontech den Impfstoff garnicht so schnell und schon garnicht in der erforderlichen Menge auf den Markt bringen können. Aber, Pfizer ist ein US-Unternehmen und alle Impfstoffdosen, die in den USA von Pfizer hergestellt werden, sind für Deutschland und die EU verloren, da sie auch von der Biden-Regierung nicht aus dem Land gelassen werden. Abgesehen davon, dass mit Pfizer 50% der Gewinne aus dem Verkauf des Biontech-Impfstoffs in den USA bleiben. Gab es da keine kompetenten europäischen Partner?

Warum wurde gerade der Biontech-Impfstoff von der EU mit deutlich weniger Dosen eingekauft, als der Impfstoff von Astra Zeneca? Haben technologiefeindliche Bedenkenträger zu viel Einfluss in der EU? Es sollen vor allem die osteuropäischen Staaten, darunter Ungarn, gewesen sein, die den Schwerpunkt auf die großen, bekannten Hersteller, wie Astra Zeneca setzen wollten. Ist es ein Zufall, dass ausgerechnet Ungarn dann, und zwar auf einmal technologisch ganz aufgeschlossen, sogar lange VOR einer Prüfung und Zulassung durch die Europäische Medikamenten Agentur (EMA) den russischen Impfstoff einkaufte, der, wie der – von wem?- ausspionierte Astra Zeneca -Impfstoff, ein Vektor-Impfstoff ist und überhaupt dem Oxford-Modell erstaunlich ähnlich ist?

Die viel zu kleine Biontech-Bestellmenge ist besonders bitter, weil dier erste und sehr wirksame Impfstoff gegen Corona, der überhaupt auf den Markt kam, aus Deutschland stammt und seine Entwicklung mit viel deutschem Steuergeld, d.h. Geld jeden Bürgers, gefördert wurde. Eine Investition, von der viele Menschen auf der Erde, aber anscheinend zunächst einmal vor allem Staaten wie die USA und Israel profitieren, die keinen Cent dazu beigetragen haben.

Ein Zufall, nachdem in der Vergangenheit bereits von der Entwicklung und deutschen Förderung der Solarenergie und des Transrapids wirtschaftlich nicht Deutschland, sondern wiederum vor allem ein anderer Staat, nämlich China profitiert hat? Der vielgescholtene Bill Gates sagte neulich, Deutschland habe der Welt die Solarenergie geschenkt. Das mag wohl so sein, aber ich hätte es vorgezogen, wenn die dazugehörigen Unternehmen und Arbeitsplätze, von den Grünen damals als Zukunftsvision angepriesen, sich heute noch in Deutschland befänden…

Was läuft da nur immer wieder bei uns schief?

Das sind nur einige der vielen Fragen, die mich und wohl auch andere Bürger umtreiben. Nur, was bisher geschehen ist, ist geschehen. Die wichtigste Frage aber bleibt:

Wie können wir es wenigstens in Bezug auf das Corona-Virus jetzt und zwar schnell besser machen?

Denn das Virus verzeiht nunmal keine Fehler.

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Eide Nouruze schoma mobarak! Und bleiben Sie weiterhin gesund, ob mit oder ohne Impfung!

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Song of Spring

And O and O,

The daisies blow,

And the primroses are wakened;

And the violets white

Sit in silver light,

And in the green buds are long in the spike end.

John Keats (1795 – 1821)

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Vaskulitis Nachrichten 6.3: Corona fördert Aufmerksamkeit der Wissenschaft für Forschungsthema Autoimmunität

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Als die ersten Berichte über schwere Verläufe einer Infektion mit Covid-19 öffentlich wurden, war die Ähnlichkeit der Symptome mit einer Granulomatose mit PolyAngiitis für Laien ziemlich frapierend. Fand da eine Autoimmun-Reaktion statt? Eigentlich undenkbar, dachten die meisten von uns, es handelte sich bei Covid-19 schließlich um eine Infektionskrankheit. Zweifel blieben.

Doch auch Ärzte, die Covid-19-Patienten behandelten, identifizierten bald Elemente einer Überreaktion des Immunsystems. So ist ein schwerer Covid-19-Verlauf gekennzeichnet von einem Zytokin-Sturm. Zytokine sind Botenstoffe, die eine starke Entzündungsreaktion des Immunsystems in Gang bringen, die sich nicht mehr von sich aus herunterreguliert, wenn der Angreifer, etwa ein Bakterium oder ein Virus, besiegt ist. Die ungebremste Entzündung kann dann zum Absterben des betreffenden Gewebes und Organs führen, ähnlich wie bei einer Sepsis.

Konnte es aber sein, dass es darüberhinaus einen grundsätzlichen Zusammenhang zwischen der Infektionskrankheit Covid-19 und Autoimmunität gibt?

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Tatsächlich, inzwischen vermuten die Wissenschaftler, wie die Journalistin Roxanne Khamsi in einem sehr interessanten Bericht auf Spektrum.de berichtet, vor allem bei Langzeit-Covid-19-Patienten viel weitergehendere autoimmune Reaktionen.

Wie Jean-Laurent Casanova von der Rockefeller University, New York, mit seinem Team feststellte, wiesen in einer Gruppe von 987 Patienten mit schwerem Covid-19-Verlauf rund 10% Autoantikörper gegen Interferon1 auf, in der gesunden Vergleichsgruppe jedoch niemand. Männer – die auch eher als Frauen schwer an Covid-19 erkranken – hatten eher diese Autoantikörper als Frauen. Wird Interferon1 blockiert, sind Menschen viel anfälliger für Infektionskrankheiten.

Ein Team der Yale Medical School fand nun, laut einer im Dezember 2020 publizierten Studie, bei 194 Patienten mit unterschiedlichen Covid-19-Krankheitsverläufen mehrere Autantikörper, zum Teil gegen Interferon1 gerichtet, zum Teil gegen B-Zellen. Auch eine Blockade von B-Zellen schwächt die Immunantwort auf Infektionen.

Forscher der University of Michigan identifizierten Antikörper gegen Phospholipide bei mehr als der Hälfte von 172 Covid-19-Patienten. Bei einer Covid-19-Erkrankung besteht die Gefahr von Thrombosenbildung. Phospholipide wirken auf die Blutgerinnung.

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Die Frage, die sich die Wissenschaftler nun stellen, ähnelt ein wenig der Frage nach der Henne und dem Ei:

  • Ob die betreffenden Patienten der drei Studien schon vorher an autoimmunen Krankheiten litten, d.h. die jeweiligen Autoantikörper aufgrund einer besonderen genetischen Konstellation schon vor ihrer Erkrankung an Covid-19 gebildet hatten, und sie deshalb einen besonders schweren Krankheitsverlauf hatten nach der Infektion mit dem Virus? Das würde aber auch darauf hinweisen, dass es innerhalb der Bevölkerung möglicherweise viel mehr Menschen gibt, als bisher bekannt, die – noch ohne klinisch auffällige Symptome – autoimmun erkrankt sind.
  • Oder bildeten die Patienten die Autoantikörper erst aufgrund und als Reaktion auf die Infektion mit Covid-19? Dann wäre das Virus also fähig, eine Autoimmunerkrankung auszulösen!

Wenn letzteres zutrifft, welche Schlussfolgerungen ergäbe das für die weitere Erforschung von Autoimmun-Krankheiten – und vor allem für die Vaskulitis-Forschung?

Alleine schon, dass diese Fragen hier so gestellt werden können, zeigt, dass die Forschung zu Covid-19 die Erforschung der Autoimmunkrankheiten hoffentlich ein ganzes Stück voranbringen kann und wird!

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Vaskulitis Nachrichten 6.2: Impfreihenfolge und immunsuppressierte Patienten. Kinderstube für Corona-Mutationen?

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Die neue Impfverordngung hat die Reihenfolge der Impfberechtigten etwas verändert. Neu ist, dass die Gruppe 2 aufgeteilt worden ist in die der 75 – 79jährigen, die nach der Gruppe 1 beim Impfen drankommen. Sie formen also nun die Gruppe 2. Die 70 – 74jährigen gehören nun der Gruppe 3 an, die erst danach berücksichtigt werden.

Neu ist auch, dass auf Antrag für sogenannte Härtefälle eine vorgezogene Impfung durchgeführt werden kann. Immer dann, wenn jemand nicht in der Impfverordnung aufgeführt ist, kann er beantragen, in einer der genannten Gruppen aufgenommen zu werden, die bevorzugt geimpft werden. So hat die Ständige Impfkommission (STIKO) entschieden. Die Bundesländer müssen nun die genauen Bedingung dazu ausarbeiten.

In Bremen hat man z.B. geregelt, dass jemand, der aufgrund seiner gesundheitlichen Vorbelastung ein sehr hohes Risiko auf einen schweren oder tödlichen Corona-Krankheitsverlauf hat, auf Antrag früher geimpft werden kann. Über den Antrag entscheidet eine Bremer Impfkommission. Sie hat bisher über 1000 solcher Anträge erhalten.

Die Frage ist aber, ob die Impfreihenfolge in der Form aufrecht erhalten werden kann, wie sie nun feststeht. Die Priorität ruht nämlich dabei auf der Rettung gefährdeter Menschen. Das ist gut so.

Aber, das Virus selbst stellt diese Strategie inzwischen zumindest teilweise in Frage. Der Grund sind seine Mutationen, die dazu führen, dass es wesentlich ansteckender, aber auch gefährlicher für den Menschen geworden ist.

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Mehrere wissenschaftliche Fallberichte der letzten Zeit weisen nämlich darauf hin, dass das Virus immer dann mutiert, wenn es über längere Zeit in einem Patienten überleben kann. Das ist gerade bei immungeschwächten Menschen der Fall. Ältere Menschen haben ein geschwächtes Immunsystem, aber auch Menschen, die immunsuppressiv behandelt werden. Ihr Immunsystem bekämpft zwar ständig das Virus, aber auf „kleiner Flamme“. Das bedeutet, dass ständig ein Teil der Viren die Angriffe des Immunsystems dieser Menschen überlebt, nämlich diejenigen, die irgendeinen Überlebensvorteil haben. Der kann zufällig durch eine der immer wieder auftauchenden Ablesefehler der DNA der Viren bei ihrer Vermehrung entstehen. Und genau das ist bei mehreren Patienten, die immunsuppressiv behandelt werden, festgestellt worden.

So berichtete der Arzt Jonathan Li von der Harvard Medical School über einen Patienten, der an der Autoimmunkrankheit Antiphospholipid-Syndrom litt und deshalb mit Endoxan und Cortison behandelt wurde. Er durchlief eine Corona-Erkrankung, die 143 Tage andauerte, und die zu 20 Mutationen des Virus in seinem Körper führte, bevor er schließlich doch starb. Einige der Mutation ähnelten sowohl der Britischen, als auch der Südafrikanischen Variante. Dieser Patient ist ein Einzelfall, zeigt aber das Potential des Virus.

Eigentlich müsste es höchste Priorität haben, immunsuppressierte Patienten vorrangig zu impfen, um die Gefahr weiterer Mutationen und die Ausbreitung der Pandemie so gering wie möglich zu halten!

Und auch hier ist uns das Virus bereits einen Schritt voraus – denn der Astra Zeneca/Oxford-Impfstoff scheint bereits durch die südafrikanische Mutation überholt. Südafrika dringt auf die Rücknahme durch das Unternehmen, und in Deutschland nimmt ca. die Hälfte der Impfberechtigten ihre Chance auf eine Impfung nicht wahr, wenn sie wissen, dass sie mit dem Oxford-Impfstoff versorgt werden sollen. Niemand will sich schließlich impfen lassen mit einem Impfstoff, der bereits nicht mehr in jedem Fall wirkt! Wenn die Bevölkerung den Oxford-Impfstoff nicht akzeptiert, wird es Zeit, dass die EU-Kommission ebenso über die Rückgabe des Impfstoffes nachdenkt und über die Nachbestellung von, gegen die britische UND südafrikanische Mutation wirksamen, Impfstoffen.

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Eis und Kalt!

One must have a mind of winter
To regard the frost and the boughs
Of the pine-trees crusted with snow;

And have been cold a long time
To behold the junipers shagged with ice,
The spruces rough in the distant glitter

Of the January sun; and not to think
Of any misery in the sound of the wind,
In the sound of a few leaves,

Which is the sound of the land
Full of the same wind
That is blowing in the same bare place

For the listener, who listens in the snow,
And, nothing himself, beholds
Nothing that is not there and the nothing that is.

Wallace Stevens ( 1879-1955)

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Vaskulitis Nachrichten 6.1: Impfforschung gegen Autoimmunkrankheiten nimmt Fahrt auf

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Im Neuen Jahr 2021 direkt eine gute Nachricht für alle Menschen, die von einer Autoimmunkrankeit betroffen sind:

Die Firma Biontech ist, in Zusammenarbeit mit der Universitätsklinik Mainz, in die Entwicklung von Impfstoffen gegen Autoimmunkrankheiten eingestiegen. Wie ihr Gründer Sahin mitteilte, ist ein Impfstoff auf RNA-Basis gegen Multiple Sklerose bereits mit sehr gutem Erfolg an Mäusen erprobt worden. Die Impfung verhindert, dass die Myelinschicht, die die Nervenzellen als Schutz umgibt, vom Immunsystem attackiert wird. Sie mobilisiert dafür regulatorische T-Zellen, die die Entzündungsreaktion des Körpers herunterregulieren. Der große Vorteil gegenüber Biologicals, wie z.B. Rituximab oder Mepolizumab, besteht darin, dass nicht das gesamte Immunsystem unterdrückt wird, sondern dass es weiterhin in vollem Umfang in der Lage ist, sich gegen Erreger aller Arten zur Wehr zu setzen.

Biontech und die Universitätsklinik Mainz werden jetzt den Impfstoff im Labor an menschlichen Zellen ausprobieren. Verlaufen diese Versuche gleichfalls erfolgreich, folgen im nächsten Schritt, voraussichtlich in zwei bis drei Jahren, klinische Prüfungen an menschlichen Probanden. Es wäre ein großer Schritt für alle Autoimmun-Patienten, und natürlich alle Multiple-Sklerose-Betroffenen, wenn diese Impfstoffentwicklung von Biontech gelingt, denn dann wird es möglich werden, derartige Therapien auch für weitere Autoimmunkrankheiten auszuarbeiten!

Für alle Interessierten hier der Link zur entsprechenden wissenschaftlichen Veröffentlichung.

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Sylvester mit guter Musik

Die Liebhaber guter Musik, die aus Krankheits- oder Geldgründen nicht zu einem Konzert gehen können, haben dieses Jahr keinen Grund, traurig zu sein. Dank des Lockdowns war das Angebot an attraktiven Konzerten, und dabei größtenteils kostenlos !, noch nie so groß wie dieses Jahr, und zwar über das Internet und die Radio-und TV-Stationen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.

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Die Deutsche Welle hat einen Live-Kanal, genannt „Europe in Concert“ eingerichtet, auf dem von Alice Merton über die Simple Minds , Jack Savarotti, Snow Patrol, Avicii Tribute bis hin zu George Ezra Live Konzerte der Musiker zu sehen und hören sind. Die Konzerte laufen bereits seit 9:00 Uhr heute morgen.

Ab 16:00 Uhr, also in knapp 1,5 Stunden, wird auf der Homepage der Symphoniker Hamburgs ihr Sylvesterkonzert, traditionell die 9te Symphonie von Beethoven, dirigiert von Sylvain Cambreling, für alle Klassikliebhaber kostenlos übertragen.

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Ab 17:40 Uhr folgt ein Blumenstrauss aus klassischer spanischer, brasilianischer, russischer und deutscher Musik vorgetragen von den Berliner Philharmonikern unter Kyrill Petrenko, allerdings nicht kostenlos. Dieses Konzert wird aber auch im öffentlich rechtlichen Rundfunk und Fernsehen übertragen, auf ARTE mit Start um 18:35 Uhr.

Ab 20:00 Uhr können Fans ein kostenloses Sylvesterkonzert mit Kylie Minogue verfolgen. Ab 23:25 Uhr gibt es ein weiteres kostenloses Konzert mit Jean-Michel Jarre in Notre-Dame.

Morgen, an Neujahr, kommen die Klassikfans wiederum zum Zuge. Ab 11:15 Uhr wird das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker im öffentlich-rechtlichen Fernsehen übertragen.

Ein tolles Angebot dieses Jahr, finde ich!

Und hiermit wünsche ich allen meinen Lesern einen guten, klangvollen Rutsch ins Neue Jahr!

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Vaskulitis Nachrichten 5.24: Impfen lassen oder nicht – das ist jetzt die Frage!

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Der morgige 27. Dezember bezeichnet den lang erwarteten, offiziellen Anfang der Impfaktion gegen Covid-19. Und viele Vaskulitis-Patienten stellen sich seit Tagen die Frage: Soll ich mich denn überhaupt impfen lassen?

Die Frage ist berechtigt. Die EU und der deutsche Gesundheitsminister legen Wert darauf, dass der Impfstoff von Biontech vor der Zulassung die normale, drei-phasige klinische Prüfung durchlaufen hat und seine Sicherheit und Wirksamkeit nach den hohen wissenschaftlichen Kriterien einer Impfstoffprüfung nachgewiesen wurde. Die Bevölkerung soll nicht den Eindruck haben, dass sie Teil eines medizinischen Experiments wird, wenn sie sich mit dem neuen mRNA-Impfstoff impfen lässt.

Impfempfehlungen der deutschen und österreichischen Rheumatologenverbände

Die deutschen und der österreichischen Rheumatologenverbände sprechen sich nun auch für die Impfung bei Rheuma-Patienten aus. Allerdings, es sind theoretische Überlegungen, die zu ihrer Einschätzung führen. Der Biontech – Impfstoff wird nicht als Lebend-, sondern als Totimpfstoff eingeordnet, denn tatsächlich ist es so, dass die mRNA, die verimpft wird, nicht die Fähigkeit besitzt, sich wie ein Virus unkontrolliert im menschlichen Körper zu vermehren. Vaskulitis-Patienten dürfen, im Gegensatz zu einem Lebendimpfstoff, mit einem Totimpfstoff geimpft werden, so die einhellige, generelle Auffassung auch bei anderen Impfstoffen. Deshalb können sie auch mit dem Biontech-Impfstoff geimpft werden. MRNA hat außerdem nicht die Fähigkeit, sich in die DNA einer menschlichen Zelle einzubauen und sie dadurch zu verändern, noch können Bestandteile von mRNA sich im menschlichen Körper zu einer neuen DNA verbinden und so die menschlichen Zellen verändern.

Nicht zuletzt: Schwerwiegende Nebenwirkungen sind während der 3 Phasen der klinischen Tests des Biontech-Impfstoffs mit über 44 000 Probanden weltweit tatsächlich nicht aufgetreten. Und so sind die Rheumatologenverbände ganz mutig und rechnen bei Rheumapatienten, also auch Vaskulitis-Patienten, nicht mit schwerwiegenden Nebenwirkungen.

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Reichen die Daten für eine Impfempfehlung?

Aber, stimmt das so? Schauen wir doch einmal genauer hin: Wer hat überhaupt als Proband an den Tests teilgenommen?

Es sind ausschließlich gesunde Menschen zwischen 18 und 85 Jahren. Ausdrücklich ausgeschlossen war jeder, der innerhalb der vorhergehenden 6 Monate mit einer andauernden immunsuppressiven Therapie behandelt worden war. Auch Menschen, aus deren medizinischer Vorgeschichte geschlossen werden konnte, dass die Funktion ihres Immunsystem – teilweise- beeinträchtigt ist, konnten nicht an den Prüfungen teilnehmen. Ausgeschlossen waren Menschen mit einem Guillain-Barré-Syndrom, sowie mit Asthma, mit einer Niereninsuffizienz im 3. Stadium oder schlechter, und Menschen, die während der vorhergehenden 3 Monate mit Immunglobulinen oder anderen Blutprodukten behandelt worden waren. Mit anderen Worten, jeder, der an einer systemischen Vaskulitis, welcher Form auch immer, leidet, war kein Teil der klinischen Prüfungen des Biontech Impfstoffes gegen Corona. Das bedeutet, es wurden auch keinerlei Daten darüber gewonnen, wie der Impfstoff überhaupt bei Vaskulitis-Betroffenen wirkt, weder positive noch negative Daten.

Niemand, auch nicht die Rheumatologen der verschiedenen europäischen Fachgesellschaften, kann deshalb mit Sicherheit sagen, ob der Biontech-Impfstoff

  1. sicher ist für Vaskulitis-Patienten
  2. ob und in welchem Umfang er wirksam ist bei Vaskulitis-Patienten.

Der östereichische Verband geht da ganz offen mit um und sagt das ganz deutlich auch so.

Im Klartext bedeutet das doch:

Vaskulitis-Patienten, genauso wie alle Rheumapatienen oder Menschen mit anderen Autoimmunerkrankungen, müssen, wenn sie sich jetzt impfen lassen mit dem Biontech-Impfstoff, gerade auf das verzichten, was die EU und unser Gesundheitsminister doch gerade als Argument für den Impfstoff die ganze Zeit ins Feld führen: dass der Impfstoff im regulären klinischen Verfahren geprüft ist! 5-8% der Gesamtbevölkerung – bedeutet 4 – 6,5 Millionen Menschen- muss also gerade das Risiko eines für ihre besondere Gruppe nicht klinisch geprüften Impfstoffes in Kauf nehmen!

Wenn Vaskulitis-Patienten sich jetzt – etwa als Teil der ersten Gruppe der über 80jährigen – impfen lassen, sind sie im Grunde Teil eines Feldimpfversuches riesigen Ausmaßes. Die Rheumatologen hoffen vermutlich, dass sie richtig liegen mit einem Analogieschluss, der sich aus Erfahrungen mit anderen, früheren Impfstoffen ableitet: dass, was bei der bereits erforschten Gruppe gesunder Probanden hilft und sicher ist, sich genau so bei Vaskulitis-Patienten darstellen wird, nämlich als sicher und wirksam. Bewiesen ist das aber eben nicht.

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Sich dennoch impfen lassen?

Dass sich sowohl der deutsche, als auch der österreichische Verband dennoch für die Impfung aussprechen, ist ganz klar der brenzligen Situation geschuldet. Nicht nur, dass sie Infektonszahlen außer Kontrolle geraten sind. Nicht nur, dass die Todeszahlen dramatisch gestiegen sind. Das Virus ist wieder einmal flexibler gewesen, als Wissenschaft und Politik sich vorstellen konnten und antizipiert haben, dass es nämlich so mutiert, dass es auch noch 70% ansteckender geworden ist, bei gleicher Letalität. Und weitere überraschende Mutationen sind – gerade weil so viel mehr Menschen sich anstecken und das Virus sie durchläuft und so mit einer Art Trial and Error lernt, wie es sich immer besser verbreiten und fortpflanzen kann- in naher Zukunft zu erwarten.

In 2021 sollen zwar wenigstens die klinischen Tests mit immunsuppressierten Probanden beginnen, aber ob da Vaskulitis-Patienten überhaupt dabei sein werden?!? Und wenn nicht, was wird dann der genaue Erkenntnisgewinn für Vaskulitis-Patienten sein? Und sollen Vaskulitis-Patienten so lange warten, bis die Ergebnisse auf dem Tisch liegen, während des Infektionsrisiko mit Covid-19 weiterhin hoch bleibt und womöglich durch eine weitere Mutation noch ansteigen wird?

Hinzu kommt noch ein Faktor, der gerade Vaskulitis-Betroffene, und alle Rheuma-Patienten, betrifft. Ein Wissenschaftler-Team der University of Edinburgh, Schottland, hat bei einer wissenschaftlichen Untersuchung von 2244 schwer an Covid-19 erkrankten Patienten 5 Gene festgestellt, die, wenn mutiert, mit diesem schweren Verlauf in Verbindung stehen. Zumindest eines dieser mutierten Gene steht auch in Zusammenhang mit mehreren Autoimmunerkrankungen, u.a. mit Rheumatoider Arthritis. Es ist das Gen TYK2, dass Entzündungsreaktionen und selbst einen Zytokinsturm begünstigen kann. Auch die identifizierten Gene DPP9 und CCR2 stehen in Zusammenhang mit Entzündungsreaktionen des Körpers. Die gleichfalls gefundenen Gene IFNAR2 und OAS1 sind an der Freisetzung von Botenstoffen, sogenannten Interferonen, beteiligt, die Entzündungsreaktionen anstossen.

Grund genug, um Vaskulitis-Patienten, wie auch Menschen mit Rheumatoider Arthritis, zu dem Teil der Bevölkerung zu zählen, der ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf bei einer Infektion mit Covid-19 trägt.

Und was nun?

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Die Wahl zwischen Skylla und Charybdis, das kennzeichnet wohl am Besten die Situation der Vaskulitis-Patienten angesichts der Unwägbarkeiten der Impfung mit dem Covid-19-Impfstoff und des Risikos, schwer an Covid-19 zu erkranken. Einen allgemeinen Rat aussprechen kann Pro Vaskulitis da zum jetzigen Zeitpunkt nicht, weder pro Impfung, noch contra. Der einzige Rat, den wir geben können, lautet, jeder sollte nun – am Besten in Rücksprache mit dem Arzt seines Vertrauens – sein individuelles Risiko probieren einzuschätzen und dann seine eigene Entscheidung fällen.

Eine letzte Frage an Biontech und die EMA (European Medicines Agency)

Zum Schluss sei die Frage erlaubt, wie sinnvoll das jetzige Testungs- und Zulassungsverfahren für Impfstoffe ist, wenn gerade die durch den jeweiligen Erreger am meisten gefährdeten Gruppen der Bevölkerung nicht vorrangig in den Testverfahren berücksichtigt werden? Einerseits will man sicherlich die Sicherheit und Wirksamkeit eines Impfstoffes an gesunden Probanden untersuchen, um keine, durch eine eventuelle anderweitige Erkrankung, verfälschten Ergebnisse zu erhalten. Warum wurden dann aber nicht parallele klinische Prüfungen mit u.a. Autoimmunerkrankten durchgeführt? Liegt das etwa daran, dass impliziet und ohne es zu reflektieren, pauschal von der Notwendigkeit des Erreichens einer Herdenimmunität ausgegangen wird? Muss dieses Konzept nicht, wie einige Komentatoren es bereits getan haben, zumindest beim Covid-19-Virus ad acta gelegt werden, d.h. auch die Test- und Zulassungsstrategie dringend angepasst werden?

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Frohe Weihnachten und bleiben Sie alle guten Mutes!

Weihnachtsbaum vor einem Krankenhaus – Copyright (c) federfluesterin
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Es treibt der Wind im Winterwalde
die Flockenherde wie ein Hirt,
und manche Tanne ahnt, wie balde
sie fromm und lichterheilig wird;
und lauscht hinaus. Den weißen Wegen
streckt sie die Zweige hin – bereit,
und wehrt dem Wind und wächst entgegen
der einen Nacht der Herrlichkeit.

Rainer Maria Rilke
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