Der erste Morgen

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Bricht der erste Morgen des neuen Jahres an,

So erscheint der Himmel nicht anders

als am Tage zuvor,

doch ist einem seltsam frisch zumute.

Yoshida Kenko ( ca. 1283 – 1350)

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Vorurteil oder berechtigte Kritik?

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Die Weihnachtsansprache des Bundespräsidenten mit ihrem Aufruf zur Verteidigung unserer Demokratie, und dem Einstehen gegen den „kleinen Rassismus“ im Alltag liegt mir noch gut in den Ohren, als ich nach den Weihnachtstagen mit meiner Familie in einem örtlichen Warenhaus unterwegs bin. Wie immer zwischen den Jahren unternehmen wir mit allen zusammen einen gemütlichen „Bummeleinkauf“ . Während wir entspannt in der Abteilung Kleidung und Sportsachen herumstöbern, schlendern drei junge Männer und eine junge Frau betont lässig-energetisch in die Abteilung. Einer – er trägt stolz seinen ersten Schnurrbart im Gesicht – greift sich von einer Auslage ein Paar Badeschuhe und schmeisst sie seinem Kumpan ins Gesicht. Der, halb empört, halb lachend, tritt die Schuhe, die auf den Boden heruntergefallen sind, mit einem kräftigen Tritt durch die halbe Abteilung auf seinen Kumpel zu. Es folgen noch mehr Schuhe, die zwischen den Auslagen hin und her fliegen und getreten werden.

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Mir gefällt das nicht, ganz und garnicht. Meine Familie kann sich in der Abteilung nicht mehr ungefährdet bewegen. Die Ware, die nun bestimmt nicht mehr einwandfrei ist, verstreut auf dem Boden der Abteilung, weit und breit kein Angestellter des Warenhauses und diese Gruppe junger Erwachsener, die sich offensichtlich um nichts scheert und vor nichts und niemandem Respekt hat.

Ich trete auf den Schnauzbärtigen zu. „Was soll das?“ Ich deute auf die Schuhe. „Räumt das auf!“ “ Was willst DU denn?“ Er versucht mich von oben herab zu betrachten. Gelingt ihm nicht, so groß ist er denn doch nicht. Meine Familie, die das Ganze beobachtet hat, schwärmt inzwischen auf der Suche nach Unterstützung durch Angestellte des Kaufhauses aus, Richtung Infothek. “ Willst Du Ärger?“, fragt er, “ das können wir gleich hier klären!“ “ Nicht hier, “ sage ich, “ das machen wir draußen aus!“ „Ach ja?“, fragt er und versucht mit seinem Gesicht dem meinigen ein Stück näher zu kommen. “ Ja“, sage ich und bewege mich, ihn und seine Kumpels genau im Auge behaltend, in Richtung Ausgang, um die Gruppe aus dem Kaufhaus heraus zu locken.

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Auf dem Weg dorthin stellt sich schließlich doch noch ein Mann in unauffälliger Kleidung dem jungen Angeber in den Weg. Es ist der Kaufhausdetektiv. Er erteilt der ganzen Gruppe ein sofortiges Hausverbot und begleitet sie aus dem Warenhaus hinaus auf die Strasse. Ich erfahre, die jungen Leute sind hausbekannt und schon öfter negativ in Erscheinung getreten. Und leider: Alle vier haben einen Migrationshintergrund.

Eine solche Erfahrung macht es jedem schwer, keine Vorbehalte zu entwickeln. Und es muss erlaubt sein, Kritik zu äußern und effektive Maßnahmen einzufordern gegenüber solchen jungen Erwachsenen, die anscheinend weder im Elternhaus, noch in der Schule, noch in der Kirche, Synagoge oder Moschee, oder weiteren Gesellschaft gelernt haben, Respekt gegenüber Anderen und andermanns Eigentum zu haben. Und da muss gelten: Migrationshintergrund hin oder her.

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Frohe Weihnachten!

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Trumps Erfolg

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Großer Bahnhof. 75 Jahre Jubiläum Ardennenschlacht. Die Nachfahren aller beteiligten Nationen sind vertreten, und einige amerikanische Alt-Veteranen, die es sich trotz Gebrechlichkeit nicht haben nehmen lassen, nach Belgien zu kommen. Es ist ein Ehrentag für sie. Und für Amerika. Denn die Alliierten unter Führung der USA haben damals die letzte, wahnwitzige Offensive Nazi-Deutschlands niedergeschlagen. Und dabei Tausende ihrer Soldaten verloren. Die europäischen Verbündeten und der deutsche Bundespräsident würdigen den Einsatz der Amerikaner, an diesem Ehrentag vertreten durch Repräsentanten der Regierung Trump.

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Zeitzeugen kommen zu Wort, amerikanische Veteranen. Und eine alte Dame, Belgierin, die die Offensive und die Schlacht um die Ardennen noch erlebt hat. Ja, sagt sie, sie wird den Amerikanern immer dankbar sein für ihre Hilfe. Wahre Freund in der Not. Und dann kommt es. Der Journalist fragt sie, ob sie glaube, dass die Amerikaner das heute noch einmal tun werden. Helfen. Sie schaut ihn scheu an, lächelt ein wenig, vorsichtig. Dann sagt sie leise, aber sehr ruhig und klar: Nein, das glaube sie nicht.

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Und das genau ist es, was Trump, der sich wie ein um sich tretender Elefant im internationalen Porzellanladen gebärdet, bei den Europäern mit seinem ständigen Infragestellen der NATO erreicht hat. Er hat mutwillig das Vertrauen zertreten. Und damit die innere Basis der NATO.

Der Hirntod der NATO, wie der französische Präsident Macron diagnostiziert hat, wäre, wenn es so wäre, schon schlimm genug.

Was Trump jedoch fahrlässig herbeigeführt hat, ist der Herztod der NATO. Putin, der elegant, wie ein Dobermann und gewitzter Manipulator handelt, wird ihm zu diesem „Erfolg“ gerne gratulieren. Denn in Wahrheit ist es sein Erfolg. Seine Mission, die Zerschlagung der NATO, ein Ziel, das schon die alte Sowjetunion erreichen wollte, hat er mittels der Beeinflussung der US-Wahlen zugunsten Trumps bereits ein gutes Stück vorangebracht!

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Weihnachten mit DER TAFEL

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Niemand ist wirklich darauf vorbereitet, angewiesen zu sein auf DIE TAFEL. Es kann eine alte Rentnerin treffen, deren Ehemann im Alter pflegebedürftig wird und in ein Pflegeheim gehen muss. Die gemeinsame Rente reicht dann für die Pflegekosten und den eigenen Lebensunterhalt nicht mehr aus. Es kann einen Facharbeiter in Deutschlands Autoindustrie treffen, der, weil er Dieselautos gebaut hat, dort nicht mehr gebraucht wird, aber auch keine andere Anstellung findet. Es kann eine erfolgreiche Managerin treffen, die, für sie und ihre Ärzte überraschend, schwer an der Autoimmunkrankheit Vaskulitis erkrankt und sich nach dem Abflauen dieser gesundheitlichen Krise mit Anfang 30 schwerbehindert im Rollstuhl wiederfindet.

Wir sollten alarmiert sein, dass dieses Jahr 10% mehr Bedürftige sich bei DER TAFEL angemeldet haben, darunter 20% mehr Senior(Inn)en. Insgesamt zählte DIE TAFEL 1,65 Millionen Besucher, rund 150 000 mehr Menschen als München zählt. * Kein Wunder, bei einer Armutsquote von rund 18% der Bevölkerung im Norden des Ruhrgebiets.

Aber, die überflüssigen (Rest-)Lebensmittel, die DIE TAFEL vom Lebensmittelhandel jede Woche einsammeln kann, reichen für diese große Gruppe Menschen nicht mehr aus! DIE TAFEL kann den Hunger so nicht mehr auffangen. Ein großes Lebensmittelgeschäft in der Stadt Ennepetal im Bergischen Land hat nun die Initiative ergriffen. Kunden können dort direkt Grundnahrungsmittel, wie Milch, Mehl, Öl und Zucker DER TAFEL spenden. Kurz vor den Kassen kann der Kunde einen von mehreren Gutscheinen für Lebensmittel wählen und dann an der Kasse bezahlen. Das Lebensmittelgeschäft übergibt die Ware dann direkt den Ehrenamtlichen DER TAFEL Ennepetal. Hoffentlich greifen noch mehr Geschäfte diese Initiative auf!

Aber auch wenn nicht, laden Sie, liebe Leser, doch auch DIE TAFEL mit ein an Ihre Weihnachtstafel! Sie können doch sicher einen Liter Milch entbehren, oder? Hier ist der Link zur TAFEL.

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*http://www.production.tafel.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilungen-2019/dramatischer-anstieg-der-tafel-nutzer-besonders-rentnerinnen-und-rentner-suchen-unterstuetzung/

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Bergmännischer Weihnachtsmarkt

Bergmännischer Weihnachtsmarkt

Es ist schön, dass die Region ihr Jahrhunderte altes bergmännisches Erbe nicht vergisst und mit Stolz darauf – hier verwandelt in weihnachtlichen Glanz – verweist. Denn der Bergbau im Ruhrgebiet ist ja nun – nach langem, qualvollen Dahinsiechen und Absterben – endgültig Geschichte. Es gibt keine Zechen mehr im Ruhrgebiet, die ja im Grunde hochtechnologische Produktionsfabriken, nur unter Tage, waren; es gibt nur noch Museen.

Das, was die Bergleute ausmachte und die Mentalität der Region geprägt hat, die Bereitschaft zu harter Arbeit und dazu, Verantwortung zu übernehmen für das eigene und das Leben der anderen Kumpels im gefährlichen Untertage-Betrieb, Kameradschaft und Gemeinschaftssinn, improvisieren und unorthodoxe Lösungen für technische Probleme finden zu könen, dabei eine hohe technische Professionalität, sowie die Offenheit gegenüber sinnvollen, technischen Neuerungen – all das kann und wird die Metropole Ruhr auch weiterhin in die Zukunft tragen. Denn der Wandel muss und wird mit Kreativität und Energie weitergehen.

Süddeutschland wird in den nächsten Jahren mit dem Umbau der Autoindustrie in kleinerem Maßstab das meistern müssen, was die Ruhrmetropole in den letzten Jahrzehnten bereits durchgestanden hat – teilweise mit Erfolg, teilweise jedoch auch verbunden mit einem Niedergang. Dabei haben die Süddeutschn noch Glück. Sie werden nicht ihre Kernindustrie verlieren, und damit wird – im Gegensatz zur Situation im Ruhrgebiet – die grundlegende Wirtschaftsstruktur ihrer Länder erhalten bleiben.

Die Ruhris wissen, was so ein Wandel trotzdem bedeutet. Das lange Festhalten an der überkommenen Technik und Produktion, denn alle hochqualifizierten Arbeitskräft und Manager wissen, wieviel Know-How und hochspezialisierte Abläufe darin stecken. Das daran Festhalten, weil man immer noch Chancen sieht, Manager und Ingenieure doch noch einige gute, technische und wirtschaftliche Argumente dafür haben. Weil die Alternativen mit vielen Ungewissheiten und Risiken verbunden sind. Weil die Alternativen bedeuten könnten, dass der Arbeitsplatz verloren geht, die Wohnung oder das Haus nicht mehr finanziert werden kann, ein Umzug weit weg von Bekannten und Familie notwendig werden könnte oder weil man schlichtweg zu alt dafür ist oder für eine Umqualifizierung. Er bedeutet, dass die eigene Gemeinde kein Geld mehr haben könnte für die Schulen, die Bibliothek, die Strassen, das ganze Lebensumfeld immer mehr abrutscht.

Ich wünsche den Süddeutschen, dass sie aus den Erfahrungen des Ruhrgebiets lernen und ihren industriellen Wandel deshalb besser überstehen – dann aber auch unsere Region ein Stück weit besser in dem, was sie geleistet hat, verstehen und schätzen lernen… Dennn das Ruhrgebiet war das Versuchskaninchen der BRD in Sachen Strukturwandel.

Allen früheren und jetzt noch bestehenden Kohle-Bergbauregionen in West und Ost wünsche ich nun noch, dass sie den für sie, im Vergleich zu Süddeutschland, noch viel schwerer zu bewältigenden Wandel in ihre neue Zukunft gut meistern.

Glück Auf! und Frohe Weihnachten!

Al

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Am Nikolaustag

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Noch ist Herbst nicht ganz entflohn,
aber als Knecht Ruprecht schon
kommt der Winter hergeschritten,
und alsbald aus Schnees Mitten
klingt des Schlittenglöckleins Ton.

Und was jüngst noch, fern und nah,
bunt auf uns herniedersah,
weiß sich Türme, Dächer, Zweige
und das Jahr geht auf die Neige
und das schönste Fest ist da.

Tag, Du der Geburt des Herrn,
heute bist Du uns noch fern,
aber Tannen, Engel, Fahnen,
lassen uns den Tag schon ahnen
und wir sehen schon den Stern.

Theodor Fontane

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Vaskulitis Nachrichten 4.10: Musik hilft!

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Schicksalsschläge können dem Leben eines Menschen manchmal die entscheidende, positive Wendung geben. Der Arzt Stefan Kölsch ist ein Beispiel dafür. Eigentlich war sein Lebensweg schon vorgezeichnet. Musikalisch hochbegabt, wollte er natürlich auch Musik studieren und professioneller Musiker werden. Sein Studium hatte er schon angefangen, als eine schwere Erkrankung ihn plötzlich komplett aus dieser vorgezeichneten Bahn riss. Nicht aber aus seiner engen Beziehung zur Musik. Denn genau diese Beziehung half ihn wieder heraus aus dieser, rund 1 Jahr lang anhaltenden, tiefen Krise. Und gab ihm den Impuls, sich intensiver mit der Bedeutung von Musik für die menschliche Gesundheit und Gesundung zu beschäftigen. Deshalb schloss er nach dem Abschluss seines Musikstudiums direkt noch ein Medizinstudium an. Seit einigen Jahren untersucht er als Psychologe im Fachbereich Neurologie den Einfluss der Musik auf das Gehirn. Auch Vaskulitis-Patienten kann er zwei wertvolle Ratschläge mit auf ihren Weg, das Leben mit ihrer Krankheit, geben:

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Depressive Stimmungen durchläuft wohl jeder Mensch, der schwer erkrankt ist. Musik kann helfen, aus so einer depressiven Anwandlung wieder herauszufinden. Allerdings, die meisten Menschen neigen dazu, ihre düstere Stimmung mit melancholischer Musik zu begleiten. Das wirkt auf die Psyche als Bestätigung der Depression. Stefan Schütz rät hingegen, sich eine eigene Playlist anzulegen von Musiktiteln, die einem gefallen. Diese Musiktitel sollten dann so angeordnet werden, dass die Playlist anfängt mit Stücken, die eine ruhige bis getragene Stimmung vermitteln. Mit jedem Musikstück sollte das darauf folgende etwas lebhafter, fröhlicher und anregender werden. So wird eine langsame Wendung der Stimmung hin zum Positiven unterstützt, wenn man seine eigene Playlist abspielt.

Viele Vaskulitis-Patienten klagen über Konzentrations-schwierigkeiten und Vergesslichkeit. Die regelmäßige Beschäftigung mit Musik, vor allem die aktive, also entweder singen, zuhause – auch unter der Dusche – oder gemeinsam mit Anderen im Chor; oder ein Instrument spielen, egal ob Geige oder Bongo-Trommeln oder Fingerklavier; oder tanzen, ob Square Dance oder Tango oder einfach morgens in der Küche eine kesse Sohle hinlegen, Hauptsache Musik, denn sie regt das Gehirn dazu an, neue Nervenverbindungen zu bilden. Die Konzentrationsfähigkeit und das Gedächtnis werden so auf Dauer gefördert. Und das Gehirn schüttet unter dem Einfluss von Musik Dopamin aus, ein Hormon, das das Glücksgefühl verstärkt.

Gönnen Sie sich also etwas Wertvolles, liebe Leser, gönnen Sie sich Musik!

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Dieser Beitrag ist ein Service von PrO Vaskulitis.
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Haiku 2

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  • Kräuter der Provence


  • Eine Duftwolke steigt hoch


  • Dank an die Sonne!

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Haiku 1

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  • Die alte Zeche


   
  • Am glühendroten Wein zerrt


   
  • der Novemberwind

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