Krank im Ausland – Was nun?

Die Nationale Kontaktstelle für grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung gibt qualifizierte Information für den Krankheitsfall bei einem Aufenthalt im EU-Ausland.

Ab in den Urlaub!

Ab in den Urlaub! (c) Tim Reckmann / pixelio.de

Die Kälte hinter sich lassen, in wärmere Gefilde reisen oder weißgepuderte Alpenhänge hinabrutschen, das planen viele Urlaubshungrige für die Weihnachtsferien.
Was aber, wenn die ersehnte Entspannung im Ausland plötzlich in eine Krisensituation umkippt, durch einen Unfall oder eine Erkrankung? Kommt die Krankenversicherung für die Kosten oder den Rücktransport auf? Gibt es dort nur Privatkliniken, bei denen die Kosten vorgestreckt werden müssen? Medikamente, auch für Operationen, müssen in manchen Ländern privat in der Apotheke vor Ort gekauft werden. Was, wenn das Geld dann nicht reicht oder die notwendigen Medikamente nicht erhältlich sind?
Um diese Fragen vor dem Urlaub klären zu können, wurde die „Nationale Kontaktstelle für grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung“ gegründet.

Andere Länder, andere Sitten.
Schon im Nachbarland Niederlande gelten andere Regeln.

Wettbewerbsneutral informiert die Kontaktstelle mit Sitz in Bonn Patienten, Angehörige, Selbsthilfegruppen und Gesundheitsdienstleistern über alle Fragen, die bei einem Krankheitsfall im Europäischen Ausland auftreten können. Vieles kann der Interessent schon auf der Website www.eu-patienten.de erfahren. Weitere Fragen klären die freundlichen Mitarbeiter der Kontaktstelle aber auch gerne per Telefon:0228 9530-800.
Überrascht reagiert so manch einer, wenn er hört, dass schon das Gesundheitssystem unseres direkten Nachbarn Niederlande anders aufgebaut ist als das deutsche. Niedergelassene Fachärzte, die mit den gesetzlichen Krankenkassen abrechnen, gibt es dort nicht. Sie sind in zentralen Kliniken zu finden, wo sie als Angestellte arbeiten. Dorthin muss der gesetzlich Krankenversicherte sich wenden. Das ist nur mit einer Überweisung eines Hausarztes möglich. Die Wartezeiten auf einen Termin bei einem Facharzt können in den Niederlanden allerdings lang sein.
Kassenrezepte, die für gesetzliche Versicherte in Deutschland ausgestellt worden sind, nimmt eine Apotheke in den Niederlanden nicht so einfach entgegen, denn sie ist nicht angeschlossen an das Deutsche Abrechnungssystem. Auch niederländische Kassenrezepte sollten vor der Rückfahrt nach Deutschland in einer niederländischen Apotheke eingelöst werden, denn deutsche Apotheken sind wiederum nicht an das niederländische Abrechnungssystem angeschlossen.

EU-Mobilitätsrichtlinie

Dennoch kann es vorteilhaft sein, sich für eine medizinische Behandlung in das europäischen Ausland zu begeben.
So entschied neulich der Europäische Gerichtshof, dass ein Patient sich auf Kassenkosten im EU-Ausland operieren lassen kann, wenn diese Leistung von seiner Krankenkasse im Inland bezahlt worden wäre, im eigenen Land ansässige Kliniken eine angemessene Behandlung aber nicht hätten durchführen können.

Waisenkinder der Medizin im Vorteil

Für Patienten mit Seltenen Erkrankungen ist es aufgrund der EU-Patientenmobilitäts-Richtlinie seit Oktober 2013 möglich, sich im EU-Ausland auch als Kassenpatient kontinuierlich behandeln zu lassen. Das könnte für diejenigen wichtig sein, die in ihrem direkten Umkreis keine der wenigen Spezialisten finden können, aber wissen, dass unweit jenseits der Landesgrenze ein Experte praktiziert. Allerdings sollten auch diese Patienten sich im Vorfeld mit der Kontaktstelle in Verbindung setzen, um sich über die ganz praktischen Auswirkungen des Gesundheitssystems im Nachbarland aufklären zu lassen. Während nämlich ein Vaskulitis-Patient, der bei einer deutschen gesetzlichen Krankenkasse versichert ist, ein Vaskulitis-Zentrum in den Niederlanden aufsuchen, und zugleich seine anderen Arztbesuche in Deutschland absolvieren kann, schließen einige niederländische Kassen ein solches „Kombi-Modell“ aus. Sie stellen ihr Mitglied vor die Wahl, sich entweder nur in den Niederlanden oder ausschließlich in Deutschland behandeln zu lassen.

Dieser Beitrag ist ein Service von PrO Vaskulitis
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2 Antworten zu Krank im Ausland – Was nun?

  1. Tim Reckmann schreibt:

    Es wäre schön, wenn Sie die Bildquelle auch angeben würden …

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    • federfluesterin schreibt:

      Hallo Herr Reckmann, es tut mir sehr leid, da ist mir in der Eile, als ich den Beitrag am Tablett erstellte, die Copyright-Angabe irgendwie hintübergefallen. Das war sicherlich nicht meine Absicht! Ich stehe absolut dahinter, dass jeder Urheber als solcher auch benannt wird. Ich bitte also um Entschuldigung. Der Hinweis ist, wie Sie sehen, nunmehr Ihrem Bild beigefügt.
      Ihre federfluesterin

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