Vaskulitis Nachrichten 7.06: Virtuelle Vaskulitis-Konferenz am 16. Juli

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Am morgigen Samstag, 16. Juli 2022, findet ab 17:00 Uhr deutscher Zeit eine virtuelle Vaskulitis-Konferenz der amerikanischen Vasculitis Foundation statt. Das Programm umfasst:

  • Einführung in die Kampagne „Siegen über Vaskulitis
  • 2022 Vaskulitis & ANCA Workshop Bericht: Ein internationale Übersicht über die neueste Forschung und was sie für die Patienten bedeutet
  • Update zu den Aktivitäten des Vasculitis Patient-Powered Research (VPPRN) Network
  • Vorstellung junger Vaskulitis- Wissenschaftler und – Ärzte

Die Konferenzsprache ist Englisch. Wer teilnehmen will, benötigt einen Internetzugang und einen Einladungslink, der nach der Registrierung hier an die vom Interessenten angegebene Email-Adresse versandt wird. Die Registrierung ist notwendig, da die Anzahl der Teilnehmer bei einer Videokonferenz softwarebedingt immer begrenzt ist. Klickt man morgen auf diesen Einladungslink, öffnet sich die Videokommunikationssoftware Zoom automatisch, und leitet zur Vaskulitis-Konferenz weiter, wenn man die Software bereits auf seinem Gerät hat. Ansonsten wird man aufgefordert, eine Setup-Datei herunterzuladen und zu installieren. Nach der Installation wird man automatisch zur Vaskulitis-Konferenz weitergeleitet. Eine Registrierung bei Zoom ist nicht erforderlich.

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Ab 20:00 Uhr deutscher Zeit findet morgen, Samstag, 16. Juli 2022, eine zweite Vaskulitis-Konferenz statt, die sich mit der Kinderheilkunde beschäftigt. Das Programm umfasst:

  • Updates zur Therapie in der Vaskulitis – Kinderheilkunde (AAV, PedVas/CTP)
  • Medikationen: Aktuelle medizinische Therapien und Fortschritte in der Behandlung von Vaskulitis-Kindern
  • Patienten Engagement: Wissenschaftliche Untersuchungen (VPPRN) und Vaskulitis-Gemeinschaft
  • Panel Diskussion: “Leben mit Vaskulitis: Mentale Gesundheit und Erziehung”
  • Freie Diskussion

Die Konferenzsprache ist Englisch. Wer teilnehmen will, braucht wiederum einen Internetzugang und einen separaten Einladungslink, der nach der Registrierung hier an die vom Interessenten angegebene Email-Adresse versandt wird. Nach Erhalt des Links funktioniert alles dann weiter, wie bereits oben beschrieben.

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Vaskulitis Nachrichten7.05: Heilsamer Ruck

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Corona ist in diesem Sommer schon im Wesentlichen vorbei? Zumindest scheint es so, wenn man sich das Gedränge auf den Flughäfen und in den Urlaubsorten ansieht, die gut besuchten Konzertveranstaltungen, Restaurants, Diskotheken und Bars.

Ein ganz anderes Bild offenbart sich hingegen vor und in den Krankenhäusern. Ein Beispiel:

Merkwürdig: auf dem krankenhauseigenen Parkplatz sitzen auffällig viele Menschen in ihren Autos, teilweise stundenlang. Es stellt sich heraus, sie wollen in der Notaufnahme behandelt werden, die aber viel zu wenig Personal im Einsatz hat – weil der Personalschlüssel schon seit Jahren viel zu knapp bemessen ist und jetzt auch noch erhebliche Teile des Personals selbst an Corona und anderen Infekten erkrankt und ausgefallen sind. Zu den wartenden Autoinsassen gehören aber auch Angehörige, die unruhig, teilweise verzweifelt, darauf warten, dass ihr Familienmitglied behandelt wird und dass sie erfahren, wie es ihm oder ihr geht, was die Diagnose ist und wie die Weiterbehandlung aussehen wird. Denn in Corona-Zeiten dürfen sie ihr Familienmitglied ohne aktuellen, negativen Coronatest nicht in die Notaufnahme begleiten. Sie bleiben draußen im Ungewissen.

Eine Frau mittleren Alters schlägt mit der Faust auf die geschlossene Glastür des Krankenhauseingangs ein. Ihr minderjähriger Sohn ist mit dem Krankenwagen eingeliefert worden. Als ihr der Zugang zur Notaufnahme verweigert wird, dreht sie vor Sorge fast durch. Schreiend fordert sie ihr Zugangsrecht als Elternteil eines Minderjährigen ein. Schließlich gibt der Pförtner nach und lässt sie herein. Später kommt sie erleichtert wieder heraus. Ihr Sohn hat nur leichte Verletzungen. „Wie halten Sie das nur hier auf dem Parkplatz, in dieser Ungewissheit, aus?“, fragt sie, immer noch ganz erregt.

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Ja, wie halten das alle hier aus? Wie halten es alle Patienten aus, die ganz alleine auf den Corona-Isolierstationen liegen? Die sich auf ein Personal verlassen müssen, dessen Nerven nach zweieinhalb Jahren Pandemie blank liegen, das kurz vor dem Burn-Out steht oder schon darüber hinaus ist. Da bleibt genervtes Reagieren, patzige Antworten und aggressives Verhalten nicht aus. Und kein Angehöriger kann auf die Isolier-Station, um die Situation aufzufangen, zu vermitteln, pflegeunterstützend zu helfen.

Wer so eine Situation erlebt hat, der unterstützt aus vollem Herzen den Streik des Pflegepersonals an den Universitätskliniken für bessere Arbeitsbedingungen und die Einstellung von mehr Kollegen!

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Ein Vaskulitis-Patient sollte eigentlich in einer Universitätsklinik behandelt werden, aber mit einer Corona-Infektion wird er auf die nächstliegende, freie Isolierstation eingeliefert, in ein Krankenhaus, dessen Ärzte wenig Kenntnisse und keine Erfahrung mit der Behandlung dieser Seltenen Erkrankung haben, geschweige denn mit den möglichen Wechselwirkungen zwischen einer Vaskulitis und Corona. Helfen könnte hier die Möglichkeit des Telekonsils, das das Virtuelle Krankenhaus NRW gerade für die Seltenen Erkrankungen bietet.

Ein Corona-Patient auf der Isolierstation bekommt in manch einem Krankenhaus kein CT, kein MRT und kann nur mit einem kleinen, mobilen Röntgengerät geröntgt werden, weil die großen Untersuchungsgeräte und -räume nicht mit Corona kontaminiert werden dürfen. Erst, wenn ein Corona-Patient negativ getestet worden ist, können alle diese bildgebenden Untersuchungen erfolgen. Das bedeutet, dass eigentlich notwendige Abklärungen, Diagnostik und Behandlungen aufgeschoben werden, mit potentiell negativen Folgen für den Zustand des Patienten.

Wie halten die Angehörigen nur diese Sorge um ihre Familienmitglieder aus, zu denen sie allenfalls telefonisch Zugang haben?

Patienten und Angehörige würden in dieser Situation enorm profitieren, wenn auf den Isolierstationen WLAN zugänglich wäre und Tablets oder Smartphones eingesetzt werden könnten, mit denen Patienten und Angehörige per Videotelefonie, wie etwa mit Zoom, Skype, Microsoft Teams oder einer anderen Software, miteinander in Kontakt bleiben könnten. Es ist beruhigend, seinen Angehörigen nicht nur sprechen, sondern auch sehen zu können. Per Videotelefonie könnten Angehörige sich mit den behandelnden Ärzten auf der Isolationsstation über die Behandlung ihres Familienmitglieds austauschen. Aber auch das ist nach zweieinhalb Jahren Pandemie wohl noch immer „Neuland“ in den meisten deutschen Krankenhäusern und leider eben auch auf den Corona-Isolierstationen.

Die Corona-Pandemie wirft wie ein Brennglas gebündelt das Licht auf alle Fehlentwicklungen im Gesundheitssystem. Wer hinschaut, der begreift, wir brauchen dringend eine Abkehr von der neoliberalen Gesundheitspolitik der letzten Jahrzehnte, die nur dazu geführt hat, dass wir unsere Krankenhäuser und die Pflege heruntergewirtschaftet haben, sowie sinnvolle und zukunftsweisende Investitionen unterblieben.

Es muss endlich ein heilsamer Ruck durch unser Gesundheitssystem gehen!

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Vaskulitis Nachrichten 7.04: Wunschtraum Kind

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Ein möglichst normales Leben führen zu können, bedeutet für viele Vaskulitis-PatientInnen auch, eine Familie zu gründen. Die Frage ist nur, wie? Machen die Vaskulitis-Medikamente nicht unfruchtbar? Schaden sie einem Embryo? Führen sie zu Fehlgeburten? Bisher gibt es nur ungenügende wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Schwangerschaftsverhütung, zum Zustandekommen und dem Verlauf von Schwangerschaften bei Vaskulitis-PatientInnen. ÄrztInnen und PatientInnen tappen noch sehr im Dunkeln.

Das amerikanische Vasculitis Patient-Powered Research Network (VPPRN) hat deshalb ein Vaskulitis Schwangerschaftsregister ins Leben gerufen. Jede Vaskulitis-Patientin, die über 18 Jahre alt und zur Zeit schwanger ist, sowie Englisch lesen und schreiben kann, hat die Möglichkeit, sich bei diesem Register einzuschreiben. Ziel des Registers ist es zum Einen, die Besonderheiten einer Schwangerschaft und deren Verlauf bei Vaskulitis-PatientInnen zu erfassen. Zum Anderen soll ermittelt werden, welchen Einfluss die Krankheitsaktivität und die Medikation auf die Schwangerschaft haben.

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Vaskulitis-Patientinnen, die sich bei dem Register einschreiben, werden daher mit Online-Fragebögen nach ihrem Gesundheitszustand, ihrer Therapie und vergangenen Schwangerschaften gefragt. Der Zeitaufwand für das Ausfüllen der Fragebögen beträgt jeweils 5-30 Minuten. Zusätzlich werden die TeilnehmerInnen gebeten, einen separaten Fragebogen zu ihrer Diagnose und Medikation ihrem behandelnden Arzt vorzulegen und dann bei dem Register einzureichen. Die Daten werden in einer gesicherten Datenbank anonymisiert aufgenommen. Jede Teilnehmerin kann jederzeit ihre Teilnahme am Register beenden.

Um trotz der ungenügenden Datenlage Vaskulitis-PatientInnen bei ihrer Familienplanung jetzt schon zu unterstützen, hat die Vasculitis Foundation ein zweiseitiges Info-Blatt in Englisch herausgegeben, das aufzeigt, welche Verhütungsmethoden für Patienten und PatientInnen empfehlenswert sind, welche Medikation nach bisherigen Erkenntnissen einer Schwangerschaft entgegenstehen und welche nicht, welche Schwangerschaftskomplikationen bei welchem Vaskulitistyp auftreten können und welche Fachärzte für die Familienplanung konsultiert werden sollten.

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See-Glück


Rascheln des Sandes,

Säuseln des Winds,

Rauschen der See,

Gleissendes Glitzern der Wellen,

Wärme der Sonne auf meiner Haut ,

Das Meer schenkt ein wohliges Sein

in dem mein Denken ruht.

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Kirschblütenwolke

Eine Kirschblütenwolke haben die ersten warmen und sonnigen Tage nach dem Winter uns geschenkt, eine herrliche Frühjahrsbelebung für Natur und Mensch. Nur, dass mein Herz dieses Jahr nicht so recht in dieser Freude aufgehen kann. Zu gross der Kontrast der in der Sonne strahlenden Blütenschönheit zu dem tiefen Leid der Menschen im grausamen Krieg, den Russland in die Ukraine getragen hat.

Die Jahrzehnte unter unserer warmen europäischen Friedensglocke sind endgültig vorbei, waren wohl illusorisch. Mit diktatorischen, manipulatorischen Regimen gibt es kein Auf-Dauer-In-Frieden-leben, das ist die Lehre, die wir endgültig ziehen müssen. Kein Grund zur Trauer, aber zu nüchternem Realismus.

Wir müssen uns wieder dessen bewusst werden und damit leben, dass Krieg und damit ein gewaltsamer, frühzeitiger Tod immer schon ein Teil dieser Welt war, wie alte Texte, wie die Bhagavad Gita, lehren und der japanische Haiku-Dichter Yosu Buson es in seinem symbolischen Gedicht über Kirschblüten, Leben und Tod so konzentriert und einfach auf den Punkt gebracht hat.

Wind blows
they scatter and it dies
fallen petals

Yosa Buson

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Vaskulitis Nachrichten 7.03: Dringend Helfer gesucht für Ukrainische Flüchtlinge mit Seltenen Erkrankungen!

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Menschen mit Seltenen Erkrankungen – oft sind es Mütter mit ihren erkrankten Kindern – fliehen aus der Ukraine. Sie brauchen unsere besondere Unterstützung für die Besorgungen ihrer überlebenswichtigen Medikamente, die Fortführung ihrer Therapie und die Organisation kompetenter ärztlicher Versorgung.

EURORDIS, die europäische Organisation von Menschen mit Seltenen Erkrankungen, sucht dringend Helfer, die Erfahrung haben mit Seltenen Erkrankungen! Von Vorteil ist, wenn Sie schon einmal Flüchtlinge begleitet, sowie ukrainische oder russische Sprachkenntnisse haben. Aber auch englische und andere Sprachkenntnisse sind willkommen. Erfahrung im Management von Selbsthilfegruppen und Vereinen kann darüberhinaus hilfreich sein.

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Wer den ukrainischen Flüchtlingen mit Seltenen Erkrankungen helfen will, melde sich bitte per E-Mail an

helpukraine@eurordis.org

Die E-mail sollte folgende Informationen enthalten:

  1. Ihr Name und Ihre Kontaktdaten
  2. Mit welchen Seltenen Krankheiten kennen Sie sich aus?
  3. Welche Sprachen sprechen Sie?
  4. Wieviel Zeit pro Woche wollen Sie investieren?
  5. Wie wollen Sie helfen :

z.B. Flüchtlinge zu Arztterminen begleiten und übersetzen, Flüchtlinge telefonisch aufklären über Behandlungsmöglichkeiten in der Nähe oder Wege im deutschen Gesundheitssystem, Flüchtlinge bei sich aufnehmen, die Erstellung von Informationsangeboten online in Ukrainischer Sprache, Kindern mit Seltenen Erkrankungen ein Freizeitangebot machen oder ihnen bei den Schulaufgaben helfen, oder anderes.

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Ein „Nouruz“für die Ukraine: Freiheit und Sicherheit jetzt!

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Putin erhält einen Offenen Brief von medizinischem Personal in Russland

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Mit einem Offenen Brief sprechen mehr als 1.000 Ärzte, Pfleger und andere Mitarbeiter des russischen Gesundheitswesens den Präsidenten der russischen Förderation, Vladimir Putin, an. Die Unterzeichner fordern, dass alle Kampfhandlungen in der Ukraine sofort beendet werden.

Hier unten folgt die deutsche Übersetzung der englischen Fassung (der russische Original-Brief wurde veröffentlicht auf https://madmed.media/open-letter)

Quelle: Open letter, signed by 1000s of signatories, calls for an end to hostilities in Ukraine. Russian doctors, nurses, and paramedics demand an end to hostilities in Ukraine, BMJ 2022; 376: o535 [1. März; doi: 10.1136/bmj.o535]

Wir, russische Ärzte, Krankenschwestern und Sanitäter, lehnen die Militäraktionen der russischen Streitkräfte auf dem Territorium der Ukraine entschieden ab. Wir suchen nicht nach den Schuldigen und wir verurteilen niemanden. Unser Ziel ist es, Menschenleben zu retten. Es ist schwer, sich einen humaneren Beruf als den eines Arztes vorzustellen. Und jetzt, in dieser für beide Länder schwierigen Zeit, fordern wir eine sofortige Einstellung der Feindseligkeiten und die Lösung aller politischen Fragen ausschließlich mit friedlichen Mitteln.

Wie immer teilen wir die Menschen nicht ein in Freund und Feind. Wir haben geschworen, jedem Menschen zu helfen, unabhängig von Nationalität, Religion oder politischen Ansichten. Aber heute reicht unsere Hilfe nicht aus. Der Krieg wird viele Leben kosten und so viele Schicksale zerstören, dass uns trotz aller Bemühungen die Zeit fehlen wird, um zu helfen. Jeder wird vor Schmerz schreien und nach seiner Mutter in derselben Sprache rufen. Jedes Geschoss oder Kugel, selbst wenn sie ihr Ziel nicht erreicht und niemandem das Leben nimmt, verursacht dennoch Angst, Panik und Schmerz. Schmerz, der Herzen zusammenschnürt. Jedem blutet nun das Herz. Zivilisten. Soldaten, Müttern und Ehefrauen von Soldaten. Kindern. Niemand verdient diese Angst. Niemand verdient es, getötet oder verletzt zu werden. Aus Versehen oder absichtlich.

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Unsere Verwandten, Freunde, Patienten. und Kollegen halten sich in den angegriffenen Gebieten auf. Unter ihnen gibt es niemanden, der von dem fortgesetzten Blutvergießen profitieren würde. Wir können uns nicht dem Schmerz und dem Leiden entziehen, das jede Minute zunimmt.

Das menschliche Leben ist unschätzbar wertvoll. Es dauert nur einen Augenblick, um im Kampf getötet zu werden, während die Behandlung und Genesung der Opfer Jahre dauern kann. Und für die Augenblicke des heutigen Krieges werden wir noch viele Jahre lang danach bezahlen. Egal wie der Einsatz tödlicher Waffen gerechtfertigt wird, sie bleiben tödlich. Tödlich und sie verursachen Schmerzen und Leiden. Daher fordern wir, gemäß unserem Eid und um eine humanen und gleiche Behandlung aller Menschen zu gewährleisten, die sofortige Einstellung aller Einsätze, die mit tödlichen Waffen geführt werden.

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Vaskulitis Nachrichten 7.02: Projekt Virtuelles Krankenhaus – Nordrhein-Westfalen holt die Experten an die Strippe!

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So früh wollten sie eigentlich nicht an den Start gehen – aber die Corona-Pandemie warf den Zeitplan der MitarbeiterInnen des Virtuellen Krankenhauses gGmbH, einem gemeinnützigen Unternehmen des Landes NRW, ganz einfach über den Haufen. Anstatt, wie noch im August 2019, frühestens für den Sommer 2020 anvisiert, ging das telemedizinische Portal des Virtuellen Krankenhauses bereits am 30. März 2020 in Betrieb. Schon, als die ersten Corona-PatientInnen in die Krankenhäuser in NRW eingeliefert wurden, konnten die ÄrztInnen sich per sicherer Videodatenleitung über diese Corona-Fälle mit ihren KollegenInnen in den Universitätskliniken Aachen und Münster austauschen und so deren Expertise für die Behandlung vor Ort nutzen.

Der Vorteil: Die Verlegung von PatientInnen konnte vielfach vermieden werden und die Kapazitäten der Intensivstationen der Universitätskliniken wurden für die Aufnahme der allerschwersten Coronafälle geschont. Darüberhinaus wurde durch den intensiven Austausch der ÄrztInnen untereinander die Behandlungsqualität bei Coronafällen kontinuierlich angehoben.

Eine Erfolgsgeschichte, die nun seine Fortsetzung finden soll!

Virtuelles Krankenhaus für Seltene Erkrankungen

Vaskulitis-PatientInnen wird es freuen: ÄrztInnen können nun KollegInnen in die Behandlung ihrer PatientInnen einbinden, die über eine besondere Expertise in der betreffenden Seltenen Erkrankung verfügen, und zwar über die Plattform des Virtuellen Krankenhauses ! Solche ExpertInnen sind ÄrztInnen, die an einem Zentrum für Seltene Erkrankungen tätig sind. In einer ersten Pilot-Phase wird dieser „Telekonsil“ zwischen ÄrztInnen in den Krankenhäusern in NRW stattfinden können. Bis Ende 2023 werden auch die niedergelassenen Haus- und FachärztInnen eingebunden sein, so der Plan.

Das Virtuelle Krankenhaus nutzt dabei ein Videokonferenz-System, das von der Kassenärztlichen Vereinigung als sicher gegenüber Hackerangriffen eingestuft worden ist. Jede TeilnehmerIn muss sich vorher als ÄrztIn ausweisen und registrieren. Genutzt wird, ähnlich wie beim Online-Banking, eine Zwei-Schlüssel-Authentisierung.

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Eine HausärztIn, die eine ExpertIn für Vaskulitiden zu Rate ziehen will, wird bis spätestens Ende 2023 auf dem Portal des Virtuellen Krankenhauses ein Telekonsil anfragen können. Dazu benötigt sie vorab die Zustimmung ihrer PatientIn. Dann legt sie – zeitlich begrenzt und nur für diesen einen Telekonsil – eine elekronische Fallakte ein, in die sie schon bereits ermittelte Symptome, Untersuchungsergebnisse, wie Blut- und Urinwerte, aber auch CT-, MRT oder Röntgenbilder einfügen kann. Sie formuliert ihre Fragen und fordert einen gemeinsamen Termin für eine Videokonferenz bei der oder den entsprechenden ExpertInnen an. Die ExpertIn kann mit Rückfragen oder einer abschließenden, schriftlichen Antwort reagieren, oder aber der Videokonferenz zustimmen, indem sie ihr einen Link zuschickt, den die ÄrztIn dann zum vereinbarten Termin nur anzuklicken braucht. Sie wird dann mit der ExpertIn verbunden und die Konferenz nimmt seinen Lauf. Während der Konferenz können alle TeilnehmerInnen die Elektronische Fallakte, also auch CT-, MRT und Röntgenbilder, einsehen und gemeinsam besprechen. Derartige Telekonsile werden von den Krankenkassen nun auch für PatientInnen mit Seltenen Erkrankungen bezahlt.

Ziel des Virtuellen Krankenhauses ist, die Behandlungsqualität für Menschen mit Seltenen Erkrankungen in NRW zu erhöhen und den PatientInnen kräfteraubende und kostspielige Fahrten zu weit entfernt liegenden Universitätskliniken zu ersparen. Nicht zuletzt die Umwelt dürfte davon auch profitieren.

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Ein wenig trickreich dürfte es allerdings doch werden, die Haus- und niedergelassenen FachärztInnen alle mit ins Boot zu bekommen. Viele Praxen haben aus Sorge vor einem Hackerangriff ihr Computersystem vollständig vom Internet getrennt. Ihre Systeme administrieren und warten sie nicht selbst, sondern das erledigen in der Regel private Dienstleisterfirmen .

Für einen Telekonsil brauchen die ÄrztInnen aber eine Internetanbindung. Die notwendige IT-kundige Überwachung, die im Krankenhaus eine IT-Abteilung leistet, kann zumeist vom Team einer niedergelassenen Praxis, bestehend aus Nicht-ITlerInnen, also ÄrztIn und ArzthelferInnen, nicht erbracht werden. Hier muss eine Lösung gefunden werden. Die MitarbeiterInnen der Virtuellen Krankenhaus gGmbH bieten dazu, in enger Zusammenarbeit mit den Krankenkassen und Ärzteverbänden, Beratung und Unterstützung an. Zudem gibt es seit der Corona-Pandemie mehr staatliche Förderung für den Aufbau moderner IT-Strukturen in ärztlichen Praxen.

Das Virtuelle Krankenhaus ist ein wichtiger Schritt voran in der Welt der Telemedizin. Es ermöglicht ÄrztInnen und PatientInnen mit Seltenen Erkrankungen in NRW, die Zentren für Seltene Erkrankungen viel effektiver zu nutzen und die Behandlungsqualität in den Praxen vor Ort zu steigern. Nach den früheren Pilotprojekten im Bereich MRSA-Prophylaxe und Hygiene ein weiteres, wegweisendes Projekt für die Medizinwelt aus NRW!

Hier ein Youtube-Film, der das Virtuelle Krankenhaus vorstellt.

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Impf-Elephantitis

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Kritisches Denken ist eine löbliche Eigenschaft. Vor allem, wenn es um den eigenen Körper geht. Aber dann bitte auch wirklich kritisch denken.

Was Impfkritiker hingegen machen, ist, genau dieses kritische Denken auszuschalten. Zum kritischen Denken gehört nämlich, dass man sich mit der Position der Gegenseite auseinandersetzt. Und genau das tun Impfkritiker sehr selten, wie eine Studie von Forschern des Fachbereiches Angewandte Mathematik und Computerwissenschaften der Technischen Universität von Dänemark in Lyngby zeigt.

Die Wissenschaftler untersuchten 60 Millionen Tweets auf Twitter. Sie schauten, auf welche Art von Webseiten Impfgegner und -befürworter zur Unterstützung ihrer Argumentation verlinkten. Während Impfbefürworter auf ein sehr weites Spektrum an Webseiten, wie Nachrichten, Wissenschaftliche Studien, Berichte, TV- oder Youtube-Filme verlinkten, war die Bandbreite, die Impfgegner konsultiert hatten, sehr schmal. Sie besuchten eine eng begrenzte Anzahl von Youtube-Channels und eine Website, die Pseudowissenschaftliche Artikel veröffentlicht. Die Forscher charakterisieren das Online-Verhalten der Impfgegner so, dass sie sich mit der Auswahl der Webseiten fast ausschließlich in einer Blase ihrer eigenen Auffassung bewegen.

DieWissenschaftler weisen außerdem darauf hin , dass sowohl die Urheber der Youtube-Filme, als auch die besagte Website einen großen kommerziellen Vorteil davon haben, wenn Impfgegner in genau dieser Blase bleiben. Sie bescheren den Betreibern der Youtube-Channels und Website durch ihre Klicks kontinuierliche Werbeeinnahmen, und sie kaufen die „Gesundheits“-Produkte, die auf den Webseiten beworben und verkauft werden. Die Ergebnisse der Studie zeigen damit einmal mehr, dass wir als Gesellschaft uns über eine Regulierung und Anpassung des Geschäftsmodells Sozialer Medien mehr Gedanken machen müssen, denn es hat nicht nur kommerzielle, sondern weitgehende politische Auswirkungen.

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Verrückt dabei ist: Gerade die Impfgegner sind es, die als Hauptargument gegen das Impfen anführen, dass das Impfen ja nur ein kommerzielles Interesse der Pharmaindustrie wäre! Sie wollten sich nicht von der Pharmaindustrie ausnutzen lassen. Warum stehen sie dann den kommerziellen Interessen der Youtube-Channel-Betreiber und der besagten Website so willfährig zur Verfügung? Was für ein Widerspruch!

Der ist allerdings garnicht so selten. Auch Homöopathie-Befürworter kommen oft mit dem Pharmaindustrie-Argument, wenn es um die Schulmedizin geht. Merkwürdig, das Unternehmen Weleda, das DER Marktführer für homöopathische Produkte in Deutschland und international ist, erreichte im Jahr 2020 einen weltweiten Umsatz von 424 Millionen Euro. Der Gewinn vor der Corona-Pandemie betrug 14,3 Millionen Euro! Na, wenn das nicht ein Elefant in seinem Sektor der Pharmaindustrie ist, wer dann? Aber dem gegenüber ist man dann auch gerne blind, oder?

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