Wieder Nouruz und wir sind immer noch in der Pandemie!

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Der Frühlingsanfang letztes Jahr und das Nouruz-Fest waren gekennzeichnet durch den Einstieg in die Corona-Pandemie. Das Virus war endgültig in Europa angekomen und sichtbar geworden, wütete in Italien, nachdem es von China aus dorthin getragen worden war. Erste Fälle traten in Bayern auf. Wir fingen an, in der Öffentlichkeit Masken zu tragen, am Anfang von Anderen bestaunt, auch belächelt, manchmal sogar angefeindet.

Liebe Leser, doch, hätten Sie vor einem Jahr gedacht, dass auf das erste Nouruz-Fest in der Corona-Pandemie noch ein zweites folgen würde, bei dem die Hasen auf dem festlich geschmückten Tisch, als Spiegelung der deutschen und europäischen Corona-Impfmisere, immer noch eine Maske tragen würden?

Der erste Lockdown kam, und, weil wir dadurch das Virus im Griff zu haben schienen, dann diese relative Sorglosigkeit der Sommermonate. Von ihr wollten die Deutschen sich einfach nicht wieder trennen. Oder schien das nur so zu sein, unter dem Eindruck des öffentlichkeitswirksamen Auftretens der Corona-Leugner? Waren die Politiker, waren wir als Mehrheitsgesellschaft eingeschüchtert oder einfach nur zu faul, den Mund aufzumachen und ihnen entgegen zu treten? Nur äußerst widerwillig und nur unter dem Zwang der exponentiellen Infektionszahlen Anfang des Winters hat Deutschland sich schließlich, deutlich zu zögerlich, von diesem Herbst der Corona-Illusionen verabschiedet.

Ein ganzes Jahr nach dem ersten Pandemie-Nouruz haben wir uns mittlerweile an die Masken gewöhnt, sie sind zu unserem Alltag geworden, genauso wie die distanzierten persönlichen Kontakte und der digitale Konzert- und Museumsbesuch. Aber trotz des unvermeidlichen, zweiten, harten Lockdown im Winter und mitten in einem Wiederaufatmen scheint uns das Virus nun endgültig die Hacken zu zeigen. Wir kommen den zahlreichen Mutationen, mit denen sich das Virus in Punkto Ansteckungskraft und Tödlichkeit ertüchtigt hat, nicht mehr nach. Morgen ist wieder ein Frühlingsanfang und doch stecken wir mitten in einer dritten Welle. Die Wirtschaft ächzt, die Intensivstationen laufen wieder voll, die Anzahl der Corona-bedingten Todesfälle wird in den nächsten Wochen ansteigen. Der zweite Lockdown verlängert sich schleichend in einen dritten.

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Laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) sind bisher lediglich 3,8 % der Bevölkerung von Deutschland vollständig geimpft. Und das liegt nun nicht an den Corona-Leugnern und Impf-Skeptikern. Es liegt an der Impfstoffversorgung. Die Impfstoffproduktion läuft zwar auf Hochtouren, aber Deutschland und die EU werden nach wie vor, so hat es den Anschein, im Vergleich zu Großbritannien, Israel und den USA in homöopathischen Dosen mit Impfstoff versorgt. Zugleich wird von Europa aus Impfstoff in alle Welt, auch in die soeben genannten Staaten geliefert. Wie kann das sein?

Warum wurde in den Impfstoff-Verträgen mit den Herstellern nicht sichergestellt, dass die Lieferungen an die EU Vorrang vor evtl. Exporten in nicht-EU-Länder haben? Großbritannien hat da, einer Krisensituation angemessen und vorausschauend gehandelt und genau diese Klausel in ihre Verträge aufgenommen. Und lassen Sie uns über eines im Klaren sein: es ging und geht dabei nicht nur um das gesundheitliche Wohl der eigenen Bürger, sondern in hohem Maße auch um einen internationalen, wirtschaftlichen Wettbewerb, denn je eher ein Land aus der Pandemie herauskommt, umso geringer der Schaden an der eigenen Wirtschaft. Wo war denn da die Management-Kompetenz der EU und Deutschlands?

Warum wurde die in Deutschland ansässige Firma Biontech nicht viel früher bei der Suche nach einem europäischen Partner für die Herstellung der eigentlich angestrebten Krebsmedikamente, aber vor allem dann auch seines Impfstoffs proaktiv von der EU und der deutschen Regierung unterstützt? Sicher, Pfizer ist ein hohes finanzielles Risiko eingegangen in der Impfstoff-Kooperation mit Biontech, und ohne die Finanzkraft und das organisatorische Netzwerk des Großunternehmens hätte die nur 1300 Mann starke Start-up-Firma Biontech den Impfstoff garnicht so schnell und schon garnicht in der erforderlichen Menge auf den Markt bringen können. Aber, Pfizer ist ein US-Unternehmen und alle Impfstoffdosen, die in den USA von Pfizer hergestellt werden, sind für Deutschland und die EU verloren, da sie auch von der Biden-Regierung nicht aus dem Land gelassen werden. Abgesehen davon, dass mit Pfizer 50% der Gewinne aus dem Verkauf des Biontech-Impfstoffs in den USA bleiben. Gab es da keine kompetenten europäischen Partner?

Warum wurde gerade der Biontech-Impfstoff von der EU mit deutlich weniger Dosen eingekauft, als der Impfstoff von Astra Zeneca? Haben technologiefeindliche Bedenkenträger zu viel Einfluss in der EU? Es sollen vor allem die osteuropäischen Staaten, darunter Ungarn, gewesen sein, die den Schwerpunkt auf die großen, bekannten Hersteller, wie Astra Zeneca setzen wollten. Ist es ein Zufall, dass ausgerechnet Ungarn dann, und zwar auf einmal technologisch ganz aufgeschlossen, sogar lange VOR einer Prüfung und Zulassung durch die Europäische Medikamenten Agentur (EMA) den russischen Impfstoff einkaufte, der, wie der – von wem?- ausspionierte Astra Zeneca -Impfstoff, ein Vektor-Impfstoff ist und überhaupt dem Oxford-Modell erstaunlich ähnlich ist?

Die viel zu kleine Biontech-Bestellmenge ist besonders bitter, weil der erste und sehr wirksame Impfstoff gegen Corona, der überhaupt auf den Markt kam, aus Deutschland stammt und seine Entwicklung mit viel deutschem Steuergeld, d.h. Geld jeden Bürgers, gefördert wurde. Eine Investition, von der viele Menschen auf der Erde, aber anscheinend zunächst einmal vor allem Staaten wie die USA und Israel profitieren, die keinen Cent dazu beigetragen haben.

Ein Zufall, nachdem in der Vergangenheit bereits von der Entwicklung und deutschen Förderung der Solarenergie und des Transrapids wirtschaftlich nicht Deutschland, sondern wiederum vor allem ein anderer Staat, nämlich China profitiert hat? Der vielgescholtene Bill Gates sagte neulich, Deutschland habe der Welt die Solarenergie geschenkt. Das mag wohl so sein, aber ich hätte es vorgezogen, wenn die dazugehörigen Unternehmen und Arbeitsplätze, von den Grünen damals als Zukunftsvision angepriesen, sich heute noch in Deutschland befänden…

Was läuft da nur immer wieder bei uns schief?

Das sind nur einige der vielen Fragen, die mich und wohl auch andere Bürger umtreiben. Nur, was bisher geschehen ist, ist geschehen. Die wichtigste Frage aber bleibt:

Wie können wir es wenigstens in Bezug auf das Corona-Virus jetzt und zwar schnell besser machen?

Denn das Virus verzeiht nunmal keine Fehler.

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Eide Nouruze schoma mobarak! Und bleiben Sie weiterhin gesund, ob mit oder ohne Impfung!

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