Vaskulitis Nachrichten 6.2: Impfreihenfolge und immunsuppressierte Patienten. Kinderstube für Corona-Mutationen?

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Die neue Impfverordngung hat die Reihenfolge der Impfberechtigten etwas verändert. Neu ist, dass die Gruppe 2 aufgeteilt worden ist in die der 75 – 79jährigen, die nach der Gruppe 1 beim Impfen drankommen. Sie formen also nun die Gruppe 2. Die 70 – 74jährigen gehören nun der Gruppe 3 an, die erst danach berücksichtigt werden.

Neu ist auch, dass auf Antrag für sogenannte Härtefälle eine vorgezogene Impfung durchgeführt werden kann. Immer dann, wenn jemand nicht in der Impfverordnung aufgeführt ist, kann er beantragen, in einer der genannten Gruppen aufgenommen zu werden, die bevorzugt geimpft werden. So hat die Ständige Impfkommission (STIKO) entschieden. Die Bundesländer müssen nun die genauen Bedingung dazu ausarbeiten.

In Bremen hat man z.B. geregelt, dass jemand, der aufgrund seiner gesundheitlichen Vorbelastung ein sehr hohes Risiko auf einen schweren oder tödlichen Corona-Krankheitsverlauf hat, auf Antrag früher geimpft werden kann. Über den Antrag entscheidet eine Bremer Impfkommission. Sie hat bisher über 1000 solcher Anträge erhalten.

Die Frage ist aber, ob die Impfreihenfolge in der Form aufrecht erhalten werden kann, wie sie nun feststeht. Die Priorität ruht nämlich dabei auf der Rettung gefährdeter Menschen. Das ist gut so.

Aber, das Virus selbst stellt diese Strategie inzwischen zumindest teilweise in Frage. Der Grund sind seine Mutationen, die dazu führen, dass es wesentlich ansteckender, aber auch gefährlicher für den Menschen geworden ist.

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Mehrere wissenschaftliche Fallberichte der letzten Zeit weisen nämlich darauf hin, dass das Virus immer dann mutiert, wenn es über längere Zeit in einem Patienten überleben kann. Das ist gerade bei immungeschwächten Menschen der Fall. Ältere Menschen haben ein geschwächtes Immunsystem, aber auch Menschen, die immunsuppressiv behandelt werden. Ihr Immunsystem bekämpft zwar ständig das Virus, aber auf „kleiner Flamme“. Das bedeutet, dass ständig ein Teil der Viren die Angriffe des Immunsystems dieser Menschen überlebt, nämlich diejenigen, die irgendeinen Überlebensvorteil haben. Der kann zufällig durch eine der immer wieder auftauchenden Ablesefehler der DNA der Viren bei ihrer Vermehrung entstehen. Und genau das ist bei mehreren Patienten, die immunsuppressiv behandelt werden, festgestellt worden.

So berichtete der Arzt Jonathan Li von der Harvard Medical School über einen Patienten, der an der Autoimmunkrankheit Antiphospholipid-Syndrom litt und deshalb mit Endoxan und Cortison behandelt wurde. Er durchlief eine Corona-Erkrankung, die 143 Tage andauerte, und die zu 20 Mutationen des Virus in seinem Körper führte, bevor er schließlich doch starb. Einige der Mutation ähnelten sowohl der Britischen, als auch der Südafrikanischen Variante. Dieser Patient ist ein Einzelfall, zeigt aber das Potential des Virus.

Eigentlich müsste es höchste Priorität haben, immunsuppressierte Patienten vorrangig zu impfen, um die Gefahr weiterer Mutationen und die Ausbreitung der Pandemie so gering wie möglich zu halten!

Und auch hier ist uns das Virus bereits einen Schritt voraus – denn der Astra Zeneca/Oxford-Impfstoff scheint bereits durch die südafrikanische Mutation überholt. Südafrika dringt auf die Rücknahme durch das Unternehmen, und in Deutschland nimmt ca. die Hälfte der Impfberechtigten ihre Chance auf eine Impfung nicht wahr, wenn sie wissen, dass sie mit dem Oxford-Impfstoff versorgt werden sollen. Niemand will sich schließlich impfen lassen mit einem Impfstoff, der bereits nicht mehr in jedem Fall wirkt! Wenn die Bevölkerung den Oxford-Impfstoff nicht akzeptiert, wird es Zeit, dass die EU-Kommission ebenso über die Rückgabe des Impfstoffes nachdenkt und über die Nachbestellung von, gegen die britische UND südafrikanische Mutation wirksamen, Impfstoffen.

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