Vorurteil oder berechtigte Kritik?

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Die Weihnachtsansprache des Bundespräsidenten mit ihrem Aufruf zur Verteidigung unserer Demokratie, und dem Einstehen gegen den „kleinen Rassismus“ im Alltag liegt mir noch gut in den Ohren, als ich nach den Weihnachtstagen mit meiner Familie in einem örtlichen Warenhaus unterwegs bin. Wie immer zwischen den Jahren unternehmen wir mit allen zusammen einen gemütlichen „Bummeleinkauf“ . Während wir entspannt in der Abteilung Kleidung und Sportsachen herumstöbern, schlendern drei junge Männer und eine junge Frau betont lässig-energetisch in die Abteilung. Einer – er trägt stolz seinen ersten Schnurrbart im Gesicht – greift sich von einer Auslage ein Paar Badeschuhe und schmeisst sie seinem Kumpan ins Gesicht. Der, halb empört, halb lachend, tritt die Schuhe, die auf den Boden heruntergefallen sind, mit einem kräftigen Tritt durch die halbe Abteilung auf seinen Kumpel zu. Es folgen noch mehr Schuhe, die zwischen den Auslagen hin und her fliegen und getreten werden.

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Mir gefällt das nicht, ganz und garnicht. Meine Familie kann sich in der Abteilung nicht mehr ungefährdet bewegen. Die Ware, die nun bestimmt nicht mehr einwandfrei ist, verstreut auf dem Boden der Abteilung, weit und breit kein Angestellter des Warenhauses und diese Gruppe junger Erwachsener, die sich offensichtlich um nichts scheert und vor nichts und niemandem Respekt hat.

Ich trete auf den Schnauzbärtigen zu. „Was soll das?“ Ich deute auf die Schuhe. „Räumt das auf!“ “ Was willst DU denn?“ Er versucht mich von oben herab zu betrachten. Gelingt ihm nicht, so groß ist er denn doch nicht. Meine Familie, die das Ganze beobachtet hat, schwärmt inzwischen auf der Suche nach Unterstützung durch Angestellte des Kaufhauses aus, Richtung Infothek. “ Willst Du Ärger?“, fragt er, “ das können wir gleich hier klären!“ “ Nicht hier, “ sage ich, “ das machen wir draußen aus!“ „Ach ja?“, fragt er und versucht mit seinem Gesicht dem meinigen ein Stück näher zu kommen. “ Ja“, sage ich und bewege mich, ihn und seine Kumpels genau im Auge behaltend, in Richtung Ausgang, um die Gruppe aus dem Kaufhaus heraus zu locken.

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Auf dem Weg dorthin stellt sich schließlich doch noch ein Mann in unauffälliger Kleidung dem jungen Angeber in den Weg. Es ist der Kaufhausdetektiv. Er erteilt der ganzen Gruppe ein sofortiges Hausverbot und begleitet sie aus dem Warenhaus hinaus auf die Strasse. Ich erfahre, die jungen Leute sind hausbekannt und schon öfter negativ in Erscheinung getreten. Und leider: Alle vier haben einen Migrationshintergrund.

Eine solche Erfahrung macht es jedem schwer, keine Vorbehalte zu entwickeln. Und es muss erlaubt sein, Kritik zu äußern und effektive Maßnahmen einzufordern gegenüber solchen jungen Erwachsenen, die anscheinend weder im Elternhaus, noch in der Schule, noch in der Kirche, Synagoge oder Moschee, oder weiteren Gesellschaft gelernt haben, Respekt gegenüber Anderen und andermanns Eigentum zu haben. Und da muss gelten: Migrationshintergrund hin oder her.

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