Wenn die Winterchrysanthemen verblüht sind

Copyright (c) federfluesterin

Wenn die Winterchrysanthemen verblüht sind,

ist, mit Ausnahme von Rettich,

nichts mehr vorhanden.

Matsuo Basho ( japanischer Haiku-Meister, 1644 – 1694)

Dieser Beitrag wurde unter Aktuell, Gedichte, Literatur abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

7 Antworten zu Wenn die Winterchrysanthemen verblüht sind

  1. ranranshi schreibt:

    Auf den Seiten der Gabi Greve finden wir eine zuverlässigere Übersetzung. https://worldkigodatabase.blogspot.com/2006/06/radish-daikon.html
    Dr. Greve erwähnt den Rettich mit recht als gehörend zum Winter, es ist also ein Winterjahreszeitwort (fuyu-no kigo), aber in meinem Jahreszeitwörterbuch (5-teilig, Japanisch) wird Bashos ku unter Herbst archiviert. Davon ausgehend ist kiku, Chrysantheme, das kigo. Diese Chrysantheme wir im zweiten Wort bereits als vorübergegangen gedacht: kiku-no ato, um dann den Rettich einzuführen als ein Ding das nichts „neben sich“ hat. Was einerseits den Rettich hervorhebt, andrerseits das „Nichts“. So ist der Weg: von den eleganten, üppigen und teuren Blumen, über die Rettiche zum… Nichts. Rettiche, die wir, irgendwann… von unten sehen können!

    • federfluesterin schreibt:

      Vielen Dank, ranrashi, für diesen interessanten Beitrag. Die hier online gestellte Übersetzung wurde mir vorgestellt von einer Dame, die Einführungskurse in die Haiku-Dichtung gab. Offensichtlich hat sie sich nie so tief in die Materie eingearbeitet wie Du. Und dass das sich lohnt, zeigt Dein Kommentar!

      • ranranshi schreibt:

        „Tief…eingearbeitet…“, klingt gut, aber ich höre dabei die Stimme meiner Lehrerin, die Ähnliches sagt wie die Zenmeister: „Flickwerk!“. Wenigstens habe ich mich daran gewöhnt das von mir Geschriebene unter den Händen Fähigeren geändert zu sehen. Ähnlich wie beim Lernen für Ikebana.
        Meine damalige Lehrerin, Helen Shigeko Isaacson, sagt über das Schreiben von Haiku:
        https://archive.org/details/OnHaikuArticleByHelenShigekoIsaacson/page/n9. Diese 10 Seiten können einfach heruntergeladen werden.

      • federfluesterin schreibt:

        Heute abend habe ich Zeit gehabt, Deine Anregung in der Praxis aufzugreifen. Sie erscheinen mir sinnvoll und zutreffend. Das Haiku ist nun, orientiert an der englischen Übersetzung, geändert und entspricht so hoffentlich eher dem Sinn des Originals.
        Die damalige Lehrerin habe ich übrigens – obwohl wir schon lange keinen Kontakt mehr miteinander hatten – auf deine Hinweise aufmerksam gemacht, bin gespannt, ob und wie sie darauf reagiert. Jeder kann schließlich dazulernen, denn ein (Haiku-)Meister ist noch nie vom Himmel gefallen…;-)

      • federfluesterin schreibt:

        Übrigens lese ich gerade auf eben der von Dir angegeben Seite in der worldkigodatabase, dass der Rettich auch als Symbol für den Buddha dient. Das gibt dem Ganzen nochmal einen tiefen Sinn.

      • ranranshi schreibt:

        Noch eine Empfehlung: Du kannst das Buch „Peonies kana“ mit vielen Übersetzungen durch den Ehemann meiner Lehrerin bei http://www.archive.org leihen. Trage dort einfach „peonies kana“ ein. Angesehen von der Einleitung steht der ganze Text und noch viel mehr hier: https://archive.org/details/WorksByHelenShigekoIsaacsonPartViii

      • federfluesterin schreibt:

        Danke, Ranranshi!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.