Vaskulitis Nachrichten 4.9.: Vaskulitis und Kinderwunsch

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Kinderwunsch und Familiengründung Adé! So empfinden es gerade jüngere Vaskulitis-Patienten, wenn ihr behandelnder Arzt sie über die Nebenwirkungen der Medikamenten aufklärt, die sie nach der Diagnose ihrer Autoimmunkrankheit brauchen, um überleben zu können. Die chemischen Wirkstoffe, die als Basismedikamention dienen, schaden dem Sperma des Mannes und den Eizellen der Frau, wie auch einem möglicherweise bereits heranwachsenden Embryo. Der behandelnde Arzt wird daher jedem Vaskulitis-Patienten sehr ans Herz legen, eine effektive Empfängnisverhütung durchzuführen.

Aber nicht selten nimmt irgendwann im Leben der jungen Patienten doch der Kinderwunsch überhand. Ein eigenes Kind ist schließlich das Zeichen dafür, dass es ihnen gelingt, ein weitestgehend normales Leben zu führen, trotz und mit ihrer Krankheit. Möglicherweise ist die Sehnsucht nach und das Glücksgefühl über eine gelungene Geburt und ein gesundes Baby daher bei ihnen noch viel größer als bei gesunden jungen Eltern. Also zeugen auch Vaskulitis-Patienten Kinder und Vaskulitis-Patientinnen werden schwanger. Im Idealfall nehmen die Patient(inn)en dabei das Projekt „Kind“ in Absprache und in Zusammenarbeit mit den behandelnden Ärzten in Angriff, denn ihre Medikation muss dafür langsam verringert und ausgesetzt werden, mit dem entsprechenden Risiko auf einen Rückfall in die Autoimmunkrankheit.

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Wie oft und wie und nach wieviel Zeit klappt denn eine Schwangerschaft bei Vaskulitis-Patient(inn)en und verläuft sie dann ohne Komplikationen?

Ob und wie alles bei dem Zustandekommen einer Schwangerschaft und bei der Schwangerschaft einer Patienten mit einer systemischen rheumatischen Erkrankung selbst aus medizinischer Sicht gut gehen kann, versuchen seit ca. 10 Jahren 4 verschiedene europäische Register zu erfassen, das französische EGR2, RePreg aus der Schweiz, RevNatus in Norwegen, and Rhekiss in Deutschland. 2294 Schwangerschaften, davon 2240, die mit der Geburt eines Kindes endeten, wurden bisher erfasst, 3504 Patientinnen haben sich bisher eingeschrieben.

Damit ist in Europa ein großer Datenpool geschaffen worden, auf den Forscher zurückgreifen könnten, um Schwangerschaften bei rheumatischen Erkrankungen zu analysieren und, so das Ziel, sicherer zu machen. Allerdings gibt es große Nachteile bei diesen Registern. Ihre Vergleichbarkeit wird dadurch erschwert, dass die abgefragten Merkmale und Daten, sowie die Häufigkeit der Datenabfragen sich von Register zu Register unterscheiden. Hinzu kommt, lediglich Patientinnen mit den Krankheiten Rheumatoide Arthritis, Psoriatische Arthritis und Spondyloarthritis sind von allen Registern erfasst worden. Leider wurden Patientinnen mit Vaskulitiden von den behandelnden Rheumatologen nur selten eingeschrieben. So gehören im deutschen Rhekiss und im norwegischen RevNatus nur 6% der registrierten Patientinnen der Kategorie „Andere rheumatische Erkranungen“ an, unter die, neben anderen Erkrankungen, dann auch die Vaskulitiden fallen. Beim Schweizer Register sind es immerhin 12% aller Patienten, die dieser Kategorie angehören, beim französischen 22%. Aber wieviele davon Vaskulitis-Patientinnen sind, bleibt unklar. Hier muss also deutlich nachgebessert werden, möglichst im europäischen Verbund.

Deutsche Rheumatologen könnten mehr Vaskulitis-Patientinnen in das Register Rhekiss aufnehmen

Die Daten aller Register zeigen auf jeden Fall, dass in Deutschland bei der Meldefreudigkeit von Vaskulitis-Patientinnen durch die behandelnden Rheumatologen noch Luft nach oben vorhanden ist! Deutsche Vaskulitis-Patient(inn)en, die ihr Projekt „Kind“ angehen wollen, sollten daher ihren Rheumatologen auf das deutsche Register Rhekiss aufmerksam machen und um eine Aufnahme in das Register bitten. Denn jede Schwangerschaft, die erfasst wird, kann dazu beitragen, dass die Ärzte spätere Schwangerschaften noch etwas besser begleiten können.

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