Müll-Krimi

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Im Herbst die Sonne auf einer Parkbank im Landschaftspark der großen Stadt genießen zu können, empfinde ich als ein großes Geschenk von weitsichtigen Stadtvätern und von Gartenkünstlern, wie Peter-Josef Lenné. Es bedarf nur weniger Schritte, und der Trubel und ständige Lärm der Innenstadt versinkt hinter großen, ausladenden Bäumen, in sanft ruhenden oder wild sprudelnden Wasserläufen, auf geschwungenen Wegen, über weiten Rasen- und Wiesenflächen und in Rosenhainen. Mit jedem Schritt mehr Abstand zur Welt, mehr Ruhe im Innern. Und auf einer Parkbank dann sonnige Gelassenheit.

Um so mehr störte es mich heute, als ich unweit der Bank, auf der ich mich just niedergelassen hatte, einen Abfalleimer sichtete, der eigentlich nur dreiviertel voll war, aber bereits von einem Ring weitverstreut darum herum verteilter Papier- und Kunststoff-Abfälle gekrönt war.

„Können die Leute ihren Abfall noch nicht einmal hier in einen weit offenen Abfalleimer tun?“, dachte ich verärgert. „Können sie sich nicht einmal bequemen, die paar Schritte hinzulaufen, anstatt ihren Müll von Abstand hinein zu werfen und dann grandios daneben zu treffen?“ Ich grummelte so etwas von „Idioten!!!“ in mich hinein.

Und wandte mich wieder dem schönen Teil des Parks und des Lebens zu.

Copyright / Alexas_Fotos / pixabay.com

Während ich also auf meiner Parkbank saß, die Sonne und die Herbstfarben der Bäume genoß, bemerkte ich auf einmal zwei Rabenvögel, die sich, halb fliegend, halb über den Rasen hüpfend, dem Abfalleimer näherten. Dort angekommen, flog der Größere der beiden auf den Rand des Eimers hinauf und fing an, den Inhalt erst zu inspizieren, dann gezielt aus dem Eimer herauszupicken und mit weitem Schwung in der Umgebung zu verteilen. Dort nahm der Partner die „Beute“ entgegen, untersuchte sie noch einmal intensiv, wobei der Abfall noch weiter vom Eimer, sogar ungewollt bis ins Wasser des angrenzenden Teichs, weggetrieben wurde und pickte alles heraus, was ihm lecker erschien. Der Andere kam, nachdem er alles, was für ihn im Abfalleimer erreichbar gewesen war, durchsucht hatte, hinzu und sicherte sich seinen Anteil an diesem „Beutezug“. Als die beiden schließlich tiefbefriedigt wegflogen, war der Abfalleimer um die Hälfte geleert, dafür die Umgebung weitläufig „kreativ“ garniert mit Abfall.

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Liebe Parkbesucher, hiermit leiste ich also Abbitte für meine voreiligen Verurteilungen und innerlichen Schmähungen. Ihr seid es nicht, die den Park rund um die Abfalleimer vollmüllen!

Aber, liebe Parkverwaltungen, könnt Ihr denn nicht Abfalleimer aufstellen, die Raben- und Krähensicher sind? Für Bären – ich weiß, es ist ein etwas überdimensionerter Vergleich – gibt es so etwas schließlich schon lange auch…

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Dieser Beitrag wurde unter Aktuell, creative writing, Gesellschaft, Politik abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Müll-Krimi

  1. Dalo 2013 schreibt:

    Love the last shot ~ intense 🙂

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