Das stille Gemetzel

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Freiwilliges Engagement genießt in der Gesellschaft ein hohes Ansehen. Tatsächlich gibt es auch erstaunlich viele Menschen, die sich gerne für einen guten Zweck einsetzen. Immer mehr allerdings ziehen sich nach kurzer Zeit enttäuscht und sehr verletzt zurück, und engagieren sich danach nie wieder in einem solchen Rahmen. Sie haben erlebt, dass geklatscht, beleidigt, beschuldigt, beschimpft, gemobt und ausgegrenzt, diffamiert und intriguiert wird, Einer dem Anderen mißtraut, im Konkurrenzkampf um „Pöstchen“ und „Wichtigkeiten“ oder um vermeintlich oder tatsächlich gegensätzliche, aber vielleicht, bei etwas Dialogbereitschaft, garnicht so unversöhnliche Positionen und Auffassungen. Das Phänomen betrifft Tierschutzvereine, Patientenselbsthilfegruppen, Elterninitiativen, es zieht sich durch das gesamte Spektrum der Freiwilligenarbeit hindurch. Unter dem Strich bedeutet das einen enormen Verlust an Potential für die gesamte Gesellschaft.

Woran liegt das? Was sind die Ursachen?

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Liegt es daran, dass die Menschen in der Annahme, dass, wer Gutes beabsichtigt, seinen Mitmenschen auch immer Gutes tut, sich zu blauäugig an diese Aufgaben heranwagen? Oder fehlt es allen Beteiligten an Gesprächs-, Konflikt- und Lösungsfähigkeiten? Überfordern sich die Freiwilligen bei ihrem Dienst? Oder jagen sie der eigenen Selbstprofilierung auf Kosten der Anderen nach? Wird der Dienst am guten Zweck zum einzigen Lebensinhalt, für den man jeden, der – wenn auch vermeindlich – diesen Lebensinhalt kritisiert oder in Frage stellt, wegschlägt und bekämpft? Fehlt irgendwann der nötige Abstand? Versagen die Leitungspersönlichkeiten solcher Gruppen in ihrer Führungsaufgabe?

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Wie katastrophal schief und menschlich hochverletztend, ja vernichtend bis zum Selbstmord, die Arbeit in solchen Organisationen verlaufen kann, zeigt eindrücklich das Arbeitsklima in einer von ihnen, der man eigentlich spontan unterstellen würde, dass gerade sie sich um ein optimales, menschliches innerorganisatorisches Klima bemühen würde. Es ist Amnesty International. In ihr arbeiten Angestellte und Freiwillige zusammen. Dass die Organisation den Bericht über ihr internes Scheitern für jedermann zugänglich selbst auf ihre eigene Website gestellt hat, ist ihr hoch anzurechnen. Es zeigt, dass sie es ernst meint mit ihrer Absicht, einen radikalen Wandel zum Besseren anzugehen. Zugleich erlaubt sie damit anderen Nicht-Regierungsorganisationen, Vereinen, aber auch Selbsthilfeorganisationen den Blick auf sich selbst, und auf alles, was bei ihnen selbst schieflaufen kann im internen Umgang miteinander.

Das Leben ist kein Ponyhof. Eine Mitarbeit in so einer Organisation ist es, so zeigt der Bericht eindrücklich auf, leider eben auch nicht! Gerade deshalb stehen die Leitung, aber auch die Mitglieder der betreffenden Gemeinschaften in der Pflicht.

Ein selbstkritisches Verhalten und die Bereitschaft zur Korrektur und Veränderung der internen Strukturen und des internen Umgangs miteinander, wie es Amnesty International nun angeht, ist allen Freiwilligenorganisationen sehr ans Herz gelegt! Damit die freiwilligen Helfer nicht zu Opfern ihrer eigenen Organisation oder Gruppe werden….

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