Vaskulitis Kurznachrichten 2.5: Kaugummi entlarvt Entzündungen bei Zahnimplantaten

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Wie die Online-zeitschrift „transkript16.08.2017 meldete, ist es einem Würzburger Team rund um Prof. Lorenz Meinel gelungen, in 3-jähriger Forschungsarbeit einen Schnelltest-Kaugummi zu entwickeln, der Entzündungen bei Zahnimplantaten anzeigt. Außer der Würzburger Universität waren auch  der Innovent e.V. (Jena), die Polyan GmbH (Berlin), die Universität Zürich (Schweiz), die Clinica Merli (Rimini, Italien) und die Biovendor AG (Brünn, Tschechien) an dem Projekt beteiligt. Es wurde mit über 1 Million Euro von der EU finanziert. Eine Studie an der Zahnklinik Merli in Rimini hat gezeigt, dass der Kaugummi funktioniert.

Wenn sich eine Entzündung an einem Zahnimplantat entwickelt, kann direkt an der Implantatstelle im Mund eine erhöhte Konzentration des Enzyms Matrix-Metalloproteinase 8 (MMP-8) gemessen werden. Der Schnelltest-Kaugummi enthält einen Schalter, der aus einer Kugel, einem Bitterstoff und einer sie verbindenden Peptidkette besteht. Ab einer bestimmten Konzentration von MMP-8 im Speichel des Kaugummi-kauenden Patienten – es reichen ca. 5 Minuten Kauen – durchtrennt dieses Enzym die Peptidkette und der Bitterstoff kann freikommen. Der Schalter ist umgelegt, der Patient schmeckt auf einmal: Bitter!  Der Zahnarzt weiß nun, dass das Implantat zu einer Entzündung geführt hat und dass er einschreiten muss.

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Der Kaugummi wird in absehbarer Zeit auf den Markt kommen. Zunächst aber muss ein Produzent als Kooperationspartner gefunden werden.

Für Vaskulitis-Patienten würde der Kaugummi eine zusätzliche Absicherung bedeuten, wenn sie sich für ein Implantat entscheiden, denn in 6 -15% der Fälle entsteht eine Peri-Implantitis, eine Entzündung rund um das Implantat, die zuerst das umringende Gewebe und dann den Knochen zerstört, bei Vaskulitis-Patienten aber auch ihre Grunderkrankung anheizen kann.

Die eigentliche Bedeutung sehe ich aber in einer anderen Anwendung:

Immer wieder entdecken Zahnärzte bei Vaskulitis-Patienten ältere wurzelbehandelte Zähne, bei denen sich schon seit geraumer Zeit eine Entzündung entwickelt hat, die die Patienten, da der Nerv ja getötet wurde, selbst nicht bemerkt haben. Werden diese saniert, sinken oft die Entzündungswerte deutlich, mit dem Resultat einer geringeren immunsuppressiven Therapie.  Auf meine Nachfrage, ob der Kaugummi auch eine Entzündung eines wurzelbehandelten Zahns anzeigen würde – aus meiner laienhaften Sicht aufgrund des Wirkmechanismus möglich – , verwies Prof. Meinel darauf, dass das leider noch nicht getestet sei, er daher weder sagen könne, ob dies nicht oder doch funktionieren würde.

Aber, wie ich finde, darauf hoffen darf man doch… 😉

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