Vaskulitis Kurznachrichten 2.3: Krebsrisiko bei Rituximab deutlich geringer als bei Cyclophosphamid

Copyright (c) m.eskandani

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Das Biological Rituximab ist mittlerweile als ebenbürtiges Medikament zu Cyclophosphamid für die Eindämmung des akuten Ausbruches einer Vaskulitis in der medizinischen Welt etabliert. Die Frage, die sich jeder behandelnde Arzt jedoch stellen muss – weil auch die Krankenkassen ihm diese Frage stellen – warum das teure Patent-gebundene Rituximab verschreiben anstelle des vergleichsweise preisgünstigen Alt-Medikaments Cyclophosphamid?

Eine Antwort darauf gibt eine wissenschaftliche Untersuchung, die im europäischen Verbund, darunter den niederländischen Forscherinnen Emma van Dalen und Chinar Rahmattulla, durchgeführt wurde. Sie versuchten herauszufinden, ob und inwieweit sich das Risiko, an Krebs zu erkranken, zwischen einer Behandlung mit Rituximab alleine, mit Cyloclophosphamid alleine oder bei einer Kombination beider Medikamente voneinander unterscheidet. 322 Patienten, die in der Zeit von 2000 bis 2014 eine Vaskulitis-Behandlung erhielten, gingen in die Untersuchung ein. 41 von ihnen bekamen Rituximab, 119, also knapp 3 Mal so viele Patienten, erhielten Cyclophosphamid, 114 wurden mit beiden Medikamenten behandelt und 48 Patienten, die Vergleichsgruppe, bekamen keinen der Wirkstoffe.

Innerhalb des durchschnittlichen Beobachtungszeitraums jedes Patienten von 5,6 Jahren mussten die Wissenschaftlerinnen bei 33 Patienten von der Gesamtgruppe von 322 leider 45 Krebserkrankungen feststellen.

Copyright (c) PDPics / pixabay.com

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Gegenüber der Normalbevölkerung war das Krebsrisiko demnach um den Faktor  1,89 erhöht. Vaskulitis-Patienten müssen vor allem den Hautschutz sehr ernstnehmen, denn die Untersuchung zeigte, dass der Hautkrebs Melanom  die gefährlichste Rolle spielt. Das Risiko, ihn zu bekommen, lag bei den mit Rituximab bzw. Cyclophosphamid behandelten Patienten  um den Faktor 4,58 höher. Bezüglich anderer Krebsarten hingegen bestand ein ähnlich hohes Risiko, wie bei der Normalbevölkerung.

Die Studie zeigte aber vor allem:

Patienten, die mit Rituximab behandelt wurden, konnten ganz ruhig schlafen, denn ihr Krebsrisiko lag auf demselben Niveau, wie das der Normalbevölkerung. Patienten, die Cyclophosphamid bekommen hatten,  dagegen hatten ein deutlich erhöhtes Risiko, einen Krebs zu enwickeln (SIR, 3.10). Gegenüber ihren Rituximab-Mitpatienten war ihr Krebsrisiko sogar um den Faktor 4.61 höher. Die Solo-Cyclophosphamid-Fraktion musste selbst gegenüber den Patienten, die beide Medikamente bekommen hatten, mit einem höheren Krebsrisiko leben.

Rituximab ist also, so zeigt die Studie, bei gleicher Wirksamkeit sicherer in Bezug auf das Risiko, Krebs zu entwickeln., zumindest, was den Zeitraum von rund 6 Jahren ab der Behandlung angeht. Die Studie liefert so einen wichtigen Beitrag zur Entscheidungsfindung von behandelnden Ärzten zwischen den beiden Behandlungsoptionen und  für ihre Therapiebegründung.

Dieser Beitrag ist ein Service von PrO Vaskulitis.
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