Vaskulitis Kurznachrichten 2.2: Neue Erklärung von Arteriosklerose auch Ansatzpunkt für Vaskulitis-Forschung?

Copyright (c) m.eskandani

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Es sind die Unbequemen, die, die dem Mainstream der Wissenschaft entgegenlaufen, die für wichtige Umwälzungen und Erkenntnissprünge in der Vergangenheit gesorgt haben. Ist Prof. Axel Haverich von der Universitätsklinik Hannover so ein „Revolutionär“?

Auf jeden Fall widerspricht er der gängigen Auffassung, dass es Plaques aus Blutfetten an der Gefäßinnenwand sind, und damit die Blutfette an sich, die die Ursache für Arteriosklerose, und in der Folge ein Gefäßverschluss sind. Die Beobachtungen, die er in zahlreichen Gefäßoperationen und Untersuchungen machen konnte, sowie Recherchen in historischen, teilweise 100 Jahre zurückliegenden Patientenunterlagen, haben ihn zu der Schlussfolgerung geführt, dass die Gefahr nicht von innen kommt, sondern von außen.

Copyright (c) Wikimediamages / pixabay.com

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Kleine Gefäße, die von außen die Gefäßwand der großen Blutgefäße mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen sollen, können diese Aufgabe nicht mehr übernehmen, sobald sie selbst sich entzünden, etwa durch den Einfluss von Grippeviren oder anderen Erregern. Die Folge ist, so Prof. Haverich, dass die Zellen in der mittleren Gefäßwand des großen Gefäßes aufgrund der nun aufgetretenen Unterversorgung absterben. Der dadurch entstehende „Zellmüll“ aus abgestorbenen Zellteilen diffundiert durch die Zellwand in das Innere des Gefäßes und bildet dort die bereits seit langem bekannten Plaques – an die sich dann allerdings auch Fettbestandteile anlagern können.

Schlussfolgerung aus dieser Erkenntnis, sollte sie wissenschaftlich bestätigt und breit anerkannt werden, wäre, an erster Stelle zu verhindern, dass die versorgenden kleinen Gefäße sich überhaupt entzünden, also eine Änderung des Focus für eine vorsorgende Therapie. Prof. Haverich rät im Hinblick darauf z.B. zu einer Grippeimpfung.

Die Frage für Vaskulitis-Patienten und – Wissenschaftler lautet aber darüberhinaus:

  • Welche Schlussfolgerungen ergeben sich aus Prof. Haverichs These für die Erklärung der Mechanismen einer Vaskulitis?
  • Muss das bisher gültige Erklärungsmodell angepasst werden? Ist die Trennung zwischen Kleingefäßvaskulitis und Großgefäßvaskulitis damit nicht endgültig obsolet?
  • Lassen sich damit die thrombotischen Ereignisse einer Granulomatose mit PolyAngiitis, ganz zu schweigen von einem Takayasu besser erklären?
  • Lassen sich daraus Erkenntnisse für eine bessere – vorbeugende – Therapie ableiten?

Hier finden Sie, liebe Leser, weitere Info zu Prof. Haverichs These. Leider ist es kein frei zugänglicher Artikel, sondern kostet als Einzel-Download 35 US $.

Hier finden Sie ein Interview mit Prof. Haverich mit illustrierenden Zeichentrickfilmen.

Dieser Beitrag ist ein Service von PrO Vaskulitis.

 

 

 

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