Vaskulitis Kurznachrichten 2.1: Wirkung homöopathischer Medikamente nicht belegt – US-amerikanische Handelsbehörde schreibt entsprechenden Warnhinweis auf Medikamentenpackungen vor

Copyright (c) m.eskandani

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Zigarettenpackungen schmücken sie schon seit Jahren: Warnhinweise, die auf die gesundheitsschädigenden Folgen des Konsums von Zigaretten hinweisen. Nun sollen homöopathische „Heilmittel“ nach einer Entscheidung der US-amerikanischen Handelsbehörde, federal trade commission, einen Warnhinweis auf ihrer Verpackung tragen, der auf den fehlenden Beweis der medizinische Wirkung der Mittel hinweist.

Metastudie zeigt: Homöopathische Medikamente wirkungslos

Bereits 2015 hatte der zuständige Ausschuss der australischen staatlichen Gesundheitsbehörde, The National Health and Medical Research Council, eine Metastudie mit der Schlußfolgerung abgeschlossen, dass in keiner der vielen bisherigen, nach wissenschaftlichen Kriterien durchgeführten Studien weltweit, zur Wirkung homöopathischer Medikamente bei den unterschiedlichsten Krankheiten, jemals der Nachweis einer medizinischen Wirkung von homöopathischen Medikamenten erbracht werden konnte.

Wie wurde die Studie durchgeführt?

Copyright (c) WerbeFabrik / pixabay.com

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Die australische Metastudie war äußerst umfangreich und gründlich: insgesamt wurden alleine 176 Einzel-Studien und 53 Übersichtsstudien herangezogen. Alle Studien waren kontrollierte Studien, immer wurden also die Ergebnisse in der Gruppe der Probanden, die ein homöopathisches Mittel erhalten hatten, mit den Ergebnissen einer Kontrollgruppe verglichen, die keinen Wirkstoff erhalten hatte. Alle Studien entsprachen hohen wissenschaftlichen Standards. Zusätzlich konnten in einer öffentlichen Anhörung Studien von interessierten Individuen oder Gruppen vorgestellt werden, die der Ausschuss bisher nicht einbezogen hatte. Der Ausschuss kam zu der Schlussfolgerung, dass homöopathische Mittel in keiner der Studien besser gewirkt hatten als ein Placebo und wenn überhaupt eine gesundheitsfördernde Wirkung festgestellt wurde, lag sie weit unterhalb der Wirkung eines jeden anderen untersuchten Mittels.

Warnung des australischen Gesundheitsausschusses

Die Australier warnten deshalb in ihrer Pressemitteilung die australische Öffentlichkeit davor, Homöopathie bei chronischen oder schweren Krankheiten einzusetzen. Patienten könnten ihre Gesundheit gefährden, wenn sie deshalb Therapien zurückwiesen oder verzögern würden, deren gute Wirksamkeit und Sicherheit bewiesen ist.

Entscheidung der amerikanischen Handelsbehörde

Die amerikanische Handelsbehörde behandelt daher nun homöopathische „Heilmittel“ genauso wie jedes andere Produkt, das der Kunde ohne Rezept frei kaufen kann. Auf der Verpackung muss der Verbraucher mit einem gut lesbaren Hinweis darüber aufgeklärt werden, dass der Beweis für die medizinische Wirkung des Produktes nicht erbracht wurde.
Die Entscheidung ist von großer Bedeutung, da es sich um einen Milliarden-schweren Markt handelt.

Umdenken nötig

Gerade chronische Patienten könnten ihre unbefriedigende Situation am ehesten dadurch verbessern, dass sie Geld, Zeit und Energie in die Förderung der wissenschaftlichen Erforschung ihrer eigenen Krankheit investieren, anstatt in eine Placebo-Therapie. Die britische Vaskulitis Foundation macht es vor. Ihre Mitglieder sammelten letztes Jahr so viel Geld, dass sie alleine 40 000 Pfund dieses Jahr in die Vaskulitis- Forschung investieren können, neben der Finanzierung ihrer professionellen Website, ihrer Öffentlichkeitsarbeit, ihrer gedruckten Informationsmaterialien und Filme, und ihrer Förderung des wissenschaftlichen Nachwuches, alles ohne staatliche Zuschüsse. Es wird in Deutschland aber auch höchste Zeit, dass die gesetzlichen Krankenkassen das Geld ihrer Mitglieder für Sinnvolleres einsetzen, als für offensichtlich wirkungslose homöopathische „Heilmittel“, zumal es fraglich ist, ob sie damit noch gemäß der gesetzlichen Regelungen der Arzneimittelrichtlinie handeln.

Wie wäre es statt dessen mit der Förderung der Vaskulitis-Forschung?!

Dieser Beitrag ist ein Service von PrO Vaskulitis.
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2 Antworten zu Vaskulitis Kurznachrichten 2.1: Wirkung homöopathischer Medikamente nicht belegt – US-amerikanische Handelsbehörde schreibt entsprechenden Warnhinweis auf Medikamentenpackungen vor

  1. b3ling schreibt:

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