Kleinere Preise – Süssere Pillen

Copyright (c) I-vista / pixelio.de

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Deutschlands Gesundheitssystem ächzt unter den Kosten für Medikamente. Und die Patienten bekommen es zu spüren. Da muss vor allem bei neuen Medikamente, die ausgesprochen teuer sind, bei denen der Nutzen aber noch nicht hinreichend bewiesen ist, oder bei jenen, die noch nicht für die betreffende Krankheit zugelassenen sind, erst die Genehmigung der Kasse eingeholt werden, bevor sie dem Patienten verabreicht werden dürfen. Nicht selten lehnt die Kasse die Kostenübernahme ab und spart dadurch zunächst einmal viel Geld. Dem Patienten jedoch bleibt nur der Gang zum Sozialgericht, eine besondere Belastung, wenn man sowieso schon schwer krank ist.

Wie gehen andere Länder mit dieser Frage um?

In Indien wurde per Gerichtsbeschluss das Patent eines ausländischen Pharmaunternehmens nicht anerkannt, und dieses Gerichtsverfahren führte zu einer weltweiten Diskussion über den Interessensausgleich zwischen Öffentlichem Gesundheitssystem und monopolistischer Preisfestsetzung bzw. dem Ertrag und der Gegenfinanzierung von Forschung.

In  Indien sind viele Menschen nicht krankenversichert. Die im Gerichtsprozess verhandelten, patentgeschützten Medikamente waren für einen Inder mit einem durchschnittlichen Einkommen unerschwinglich.Das Urteil öffnete den Markt für indische Generikahersteller, die geringere Preise forderten.

Nachteilige Auswirkungen des Urteils könnten sich jedoch mittel – und langfristig herausstellen: internationale Pharmaunternehmen werden gerade neue, innovative Medikamente nicht mehr auf den indischen Markt bringen, denn sie müssen fürchten, ihren Patentschutz – und damit ihre Investion in die jahrelange Forschung – zu verlieren.

Auch die Niederländer suchen Auswege aus diesem Dilemma. Es ist bereits 3 Jahre her, dass Gesundheitsminister Schippers einen innovativen Vertrag mit dem Hersteller eines teuren, neuen Asthmamedikaments schloss. Dieser Vertrag koppelt erstmalig die Bezahlung an die nachgewiesene Wirksamkeit bei dem Patienten, der das Medikament erhalten hat. Wirkt das Medikament nicht, erhält das Krankenhaus sein Geld, das es für das Medikament ausgegeben hat, zurück. Tatsächlich konnten 75% der Patienten erfolgreich mit dem Mittel behandelt werden, 25% aber nicht – bares Geld für die Krankenhäuser.

Einer der bedeutendsten Großhändler für Medikamente, die amerikanische Express Scripts, gab vor kurzem bekannt, dass das Unternehmen mit Herstellern von Krebsmedikamenten eine no-cure-no pay-Übereinkunft abschließen will.

Es bleibt abzuwarten, ob die Pharmafirmen die Verluste, die sie aus diesen Verträgen erleiden, nicht einfach auf andere, ältere und bewährte Medikamente umlegen werden.

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