Mit feinem Geschütz gegen MRSA

Bakterien in Petrischale (c) Sebastian Karkus / pixelio.de

Bakterien in Petrischale
(c) Sebastian Karkus / pixelio.de

Ein Antikörper, der speziell an den Staphylococcus Aureus  andockt und ihn effektiv tötet, ist der Traum aller, bisher unheilbar von diesem multiresistenten Krankenhauskeim befallenen Menschen, darunter Vaskulitis-Patienten. Für sie sind Nachrichten über neue Wirkstoffe gegen den multiresistenten Staphylococcus Aureus (MRSA) von zusätzlichem Interesse, da es bereits erste Hinweise gibt, dass ein Zusammenhang besteht zwischen der Besiedelung der Patienten mit diesem Bakterium und dem Auftreten von Krankheitsschüben bei dieser schweren Autoimmunkrankheit. Am Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) in Münster ist, in Zusammenarbeit mit den Universitäten in Tübingen und München, ein Phagenenzym isoliert worden, das den Traum der Patienten zu erfüllen scheint.

Phagen sind Viren, die Bakterien angreifen. In Zeiten des kalten Krieges waren Antibiotika in der ehemaligen UDSSR Mangelware. Die Wissenschaftler dort suchten nach alternativen Heilmitteln gegen Bakterieninfektionen. Sie beschäftigten sich intensiv mit der Erforschung der Phagen und konnten in der Behandlung von Patienten gute Erfolge erzielen. Allerdings hatte ihre Therapie wichtige Nachteile. So musste für jede Bakterienart ein spezifische Phagenart gefunden werden, die die Bakterien effektiv bekämpfen konnten. Ungeklärt schien außerdem das Langzeitrisiko, immerhin wurden ja lebende, sich vermehrende Viren im Körper ausgesetzt. Dafür hatte die Phagen-Therapie den großen Vorteil, dass die übrige bakterielle Mikroflora des Patienten, im Gegensatz zur Antibiotika-Therapie, nicht zerstört wurde.

Die zunehmende Multiresistenz einer Reihe von Bakterien, an erster Stelle des Staphylococcus Aureus führte jedoch dazu, dass schließlich auch in West-Europa, in Frankreich, aber auch z.B. in Hannover , Wissenschaftler anfingen, sich mit der georgischen Forschung zu Phagen auseinanderzusetzen. Das Münsteraner Team unter Leitung von Prof. Karsten Becker versucht nun, mit ihrem Phagen-Enzym ein Heilmittel zur Verfügung zu stellen, das die Nachteile der herkömmlichen Phagen-Therapie umschifft, aber  zuverlässig auch die multiresistente Variante des Staphilococcus Aureus tötet. Im Labor hat sich zur Freude der Wissenschaftler das Gemetzel  am Bakterium durch den Wirkstoff  bereits ausreichend oft und zuverlässig wiederholt.

Grund für das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) nun rund 1,5 Millionen Euro auszugeben, um das Phagenenzym durch die deutsche Firma Hyglos  im Labor in ausreichender Menge herstellen zu lassen. Nur so kann es auf seine toxikologische Wirkung untersucht werden.

Erst bei einem positiven Ergebnis wird der Wirkstoff dann in die erste klinische Erprobung gehen, deren ja danach noch zwei folgen müssen. Es wird also noch einige Zeit ins Land gehen, bevor das Phagenenzym, vorausgesetzt, die klinischen Tests verlaufen denn erfolgreich, als Therapie für Patienten zur Verfügung stehen wird. Aber ein hoffnungsvoller Anfang ist gemacht, rechtzeitig zum G7-Gipfel, der sich mit dem Thema der Antibiotika-Resistenz beschäftigt, und erfreulicherweise durch deutsche Wissenschaftler, maßgeblich der Universität Münster in NRW! *

 *http://www.dzif.de/news_mediathek/news_pressemitteilungen/
ansicht/detail/artikel/projekt_am_start_neuer_wirkstoff_gegen_gefuerchtete_krankenhauskeime/
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