Janusgesicht der Impfforschung

Die Helmholtzgesellschaft ist eine der renommiertesten Forschungsgesellschaften in Deutschland. Zugleich ist sie eine finanziell sehr gut ausgestattete Gesellschaft. Helmholtz kann es sich leisten, international angesehene Wissenschaftler für die Mitarbeit in einem ihrer Institute zu gewinnen.

Finanzspritze

Finanzspritze
(c) Johnnyb / pixelio.de

Deutsche Universitäten, oftmals „gesegnet“ mit viel zu knappen Ressourcen, arbeiten gerne mit den Helmholtz-Instituten zusammen. Manches wissenschaftliche Projekt lässt sich mit Hilfe der Helmholtzschen Finanzkraft eher und besser, oder überhaupt realisieren.
Wenn bei der Helmholtz-Gesellschaft ein Forschungsschwerpunkt gesetzt wird, bedeutet das also, dass erhebliche Teile der insgesamt in Deutschland verfügbaren Forschungsgelder dorthin wandern – zu Lasten anderer Forschungsgebiete, wie z.B. der Erforschung von Autoimmunkrankheiten.
Einer der aktuellen Forschungsschwerpunkte bei Helmholtz ist die Impfforschung, unter dem Namen „Infektion und Immunität“. Betrieben wird diese Forschung vorrangig am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Hannover, aber z.B. auch am Max-Dellbrück-Zentrum für Molekulare Medizin in Berlin-Buch.

Impfen (c) CFalk / pixelio.de

Impfen
(c) CFalk / pixelio.de

Die Wissenschaftler in Hannover und Berlin wollen herausfinden, wie Infektionskrankheiten, wie die Vogelgrippe oder SARS, besser bekämpft werden können. Eine Impfung oder eine Immuntherapie kämen in Frage. Dafür wird untersucht, wie das Immunsystem an welchen Stellen gezielt angeregt werden kann, um die Immunabwehr von Erregern zu verstärken.

An sich wäre das also eine Forschung, die, sozusagen nebenher, auch Ergebnisse für die Therapie von Autoimmunkrankheiten liefern könnte.
Mit Impfstoffen lässt sich weltweit sehr viel Geld verdienen. Bringt die Therapie von Autoimmunkrankheiten genauso viel Geld ein?
Wenn über die Ergebnisse der o.a. Forschung berichtet wird, so wird die Möglichkeit hervorgehoben, das Immunsystem gezielt zu stimulieren. Darüber, dass damit die Gefahr einhergehen kann, beim Patienten eine Autoimmunkrankheit zu provozieren, wird kaum eingegangen. Leider sind auch Journalisten oftmals nicht kritisch genug, um genau das zu hinterfragen.

Blut

Blut
(c) Gerd Altmann / pixelio.de

So haben das Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch zusammen mit dem Centre d`Immunologie de Marseille-Luminy (CIML) herausgefunden, dass die blutbildenden Stammzellen im Rückenmark nicht, wie bisher gedacht, völlig undifferenziert weiße und rote Blutkörperchen bilden. Im Gegenteil, die Stammzellen reagieren sehr genau auf die jeweilige Anforderung des Körpers. Bei einer Infektion schüttet der Körper den Botenstoff M-CSF (Macrophage colony-stimulating factor) aus. Die blutbildenden Stammzellen antworten darauf passgenau mit der Produktion von weißen Blutkörperchen, den Phagozyten.
Die Wissenschaftler sehen schon eine praktische Anwendung für den so entdeckten Mechanismus des Immunsystems:
Bei Patienten, die eine Rückenmarkstransplantation erhalten haben, könnten sie mit der Gabe von M-CSF das Immunsystem schneller aufbauen und die Patienten vor einer tödlichen Infektion bewahren. Das wäre natürlich ein segensreicher Fortschritt.

Gesundheit

(c) Sigrid Rossmann / pixelio.de

Für jemanden, der von einer Autoimmunkrankheit betroffen ist, stellen sich aber Fragen zum Gefährdungspotential einer Anregung des Immunsystems durch eine therapeutische Gabe oder Stimulierung der Bildung von M-CSF.
Zu den Phagozyten, deren Bildung M-CSF stimuliert, gehören als Mikrozyten auch die Granulozyten. Erhöhte Granulozystenzahlen gehören beispielsweise bei der Autoimmunkrankheit Granulomatose mit Polyangiitis (GPA), einer Vaskulitis-Form,  zu den Krankheitssymptomen.
Teil der Phagozyen sind die Makrophagen. Letztere spielen eine Rolle bei der Bildung von Granulomen, ein weiteres Krankheitssymptom der GPA, und sie spielen eine Rolle beim Churg Strauss Syndrom, einer weiteren Vaskulitis-Form.

Der Forschungsleiter, Dr. Sieweke, beteuert, „dass der entdeckte Mechanismus nur die Bildung der Immunzellen anregt, die vor Infektionen schützen, nicht aber derjenigen, die auch ungewollt den Körper des Patienten angreifen können.“

Aber ist das so?

Wie will Dr. Sieweke das so genau wissen, wenn die Mechanismen der Entstehung vieler Autoimmunkrankheiten, darunter der Vaskulitis, noch garnicht ausreichend oder überhaupt erforscht sind?
Wäre es da nicht sinnvoller gewesen – wenn auch vermutlich weniger gewinnträchtig als die Impfforschung -, den Forschungsschwerpunkt im Bereich Gesundheit erst einmal darauf zu legen?

Weitere Informationen zur o.a. Forschung:

http://www.nature.com/nature/journal/vaop/ncurrent/abs/nature12026.html

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Eine Antwort zu Janusgesicht der Impfforschung

  1. jschneiderde schreibt:

    schöne geschrieben
    sehrvielgeldverdienen.wordpress.com

    Gefällt mir

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