Nach den Sternen greifen

Deutsche Unternehmen legen keinen Wert auf Frauen – zumindest in Führungspositionen. Dabei sind 51 Prozent aller Hochschulabsolventen in Deutschland Frauen.

Frauenquote (c) Gerd Altmann / pixelio.de

Neben schon lange wissenschaftlich nachgewiesener Unterschätzung und Diskriminierung durch männliche Personalverantwortliche und Chefs, sowie fehlender Vernetzung – Frauen stören anscheinend nur im Old Boy’s Network – liegt die mangelnde Präsenz der Frauen in den oberen Etagen an ihren Interessen. Zu Wenige scheinen sich für Betriebs-, Natur- und Ingenieurwissenschaften zu begeistern. Zu Wenige trauen sich zu, in diese traditionellen Männerdomainen einzubrechen.

Sternbild Schwan (c) Carsten Przygoda / pixelio.de

Einen kleinen Anstoss könnten Mädchen aber schon direkt vor ihrer Haustüre bekommen. Wir verfügen  über ein wertvolles Erbe aus den 60er und 70er Jahren, das astronomiebegeisterte Wissenschaftler und engagierte Privatleute für uns schufen: maßstabgetreue und dabei begehbare Modelle unseres Planetensystems. Das weltweit erste dieser Planetenmodelle befindet sich in Hagen in Westfalen.

Der Stadtarchivar Walter K.B.Holz hatte festgestellt, dass Kinder mit den üblichen Planetenmodellen aus kleinen und großen Kugeln die Größe unseres Sonnensystems nicht erfassen konnten. Als ihm eines Tages die große, dekorative Kugel unterhalb der Spitze des Hagener Rathausturms in sein Auge fiel, nahm ein Plan Gestalt an. Er wollte den Kindern den Aufbau und die Dimension unseres Sonnensystem wirklich begreifbar machen.

Sonnenmodell im Hagener Ratskeller (c) Holger Naether

Er konnte die Stadt Hagen dafür gewinnen, die Sonne mit einer maßstabgetreuen, bronzenen Kugel von 1,39 Metern Durchmesser im Rathauskeller zu installieren. Die Planeten mit ihren Bahnen wurden im Maßstab von 1:1 Milliarde durch in den Boden eingelassene Bronzeplatten im Hagener Stadtgebiet dargestellt. Auf den 1 Meter breiten Platten wurden neben den Abbildungen der Planeten, ihrer Position im Sonnensystem und Umlaufbahn auch deren wichtigste Daten eingraviert.

Bodenplatte Planetenmodell Hagen (c) Holger Naether

Erfahrbar wird, dass neben der Sonne mit ihren 1,39 Metern Durchmesser die Erde nur eine sehr kleine Kugel ist, mit ganzen 1,2 cm. Um wieviel größer als die Erde ist da doch der Jupiter mit ganzen 14 cm und doch, gegenüber der Sonne, so klein!
Während Merkur, Venus, Erde und Mars noch im Bereich der Innenstadt, in der relativen Nähe der Sonne im Rathaus liegen, sind die Gasplaneten Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun bereits außerhalb der Innenstadt von Hagen zu finden, so weit sind sie von der Sonne entfernt.

Regelmäßig führen die Mitglieder der Hagener Volksternwarte Interessierte durch das Hagener Planetenmodell, das nächste Mal am Sonntag, 27.02.2011, um 14:00 Uhr ab dem Ratskeller am alten Rathaus.
Wem der Weg nach Hagen zu weit sein sollte, kann in ganz Deutschland Planetenwanderwege finden, u.a. in Münster, Hamburg, Bremen, Heidelberg und Dresden.
Wer weiß, vielleicht ist die „Besatzung“ dieser Sternwarte demnächst weiblich?

(c) Paulwip / pixelio.de

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