Impfstoff gegen Knocheninfektionen durch MRSA

Genageltes Bein nach einem Knochenbruch (c) Dieter Schütz / pixelio.de

Knochenbrüche, die operativ behoben werden müssen, Fuß-, Hand- oder Hüftgelenkoperationen können in einer schmerzhaften, gefährlichen Entzündung des Knochenmarkes enden, der Osteomyelitis. Wird diese Entzündung durch das multiresistente Staphylococcus Aureus-Bakterium (MRSA) hervorgerufen, das auf Antibiotika nicht mehr anspricht,  kann der Knochen und sogar ein Teil des Gliedmaßes oftmals nicht mehr gerettet werden. Der Patient muss eine Amputation hinnehmen.

Forscher des University of Rochester Medical Center haben nun in Mäuseversuchen herausgefunden, dass der Teilungsmechanismus und damit die Vermehrung des MRSA-Bakteriums durch Antikörper unterbrochen werden kann. Der Ansatzpunkt ist das Glucosaminidase-Protein (Gmd). Es arbeitet wie eine Art Reissverschluss, der die Zellwand für und während der Zellteilung öffnet. Funktioniert der Reissverschluss nicht, kann das Bakterium sich nicht richtig teilen, also auch nicht vermehren und so auch keine Entzündung hervorrufen.
Die Forscher entdeckten vier Antikörper, die das Gmd blockieren. Unter dem Elektronenmikroskop konnten sie verfolgen, dass das Bakterium unter Wirkung der Antikörper regelrecht explodierte.

In einem neugegründeten Unternehmen der Universität von Rochester, der Codevax LLC, soll nun ein Impfstoff für Menschen entwickelt werden. Finanziert wird die Entwicklung des Impfstoffes nur zum Teil durch Codevax selbst. Geldgeber sind auch die URMC Musculeskeletal Research, URMC Technology Development Grand und das U.S. Department of Health and Human Services.

Die Forscher denken, dass der Impfstoff die Infektion mit MRSA bei orthopädischen Operationen nicht zu 100 Prozent verhindern wird. Ein Impfung vor einer Operation, so hoffen die Wissenschaftler vorsichtig, könnte aber zumindest einen 35-prozentigen Schutz bieten.

Weitere Informationen sind erhältlich bei der Universität von Rochester:

Frau Leslie Orr
leslie_orr(at)urmc.rochester.edu

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4 Antworten zu Impfstoff gegen Knocheninfektionen durch MRSA

  1. fudelchen schreibt:

    Gut zu wissen.
    hatte ach einer Tibiakopffraktur noch viele komplizierte OPs, dnach eine Knie Tep und auch das ging voll daneben…nun will ich mal hoffen, daß ich nieeeeeeeeee wieder solche Eingriffe brauche.

    Herzlichst ♥ Marianne

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    • federfluesterin schreibt:

      Liebe Marianne,
      Ja, da bist Du ja durch Einiges durchgegangen! Hoffentlich bleibst Du nun von weiteren Eingriffen verschont!!!

      Laut neuesten Schätzungen sind 25% aller Bakterien mittlerweile Antibiotika-resistent. In vielen Krankenhäusern wird vor der stationären Aufnahme nicht geprüft, ob der Patient schon einen multiresistenten Keim mit sich herumschleppt. Dadurch und durch mangelnde Hygiene wird der Verbreitung dieser Keime Vorschub geleistet. Da kann irgendwann jeder betroffen sein.

      Die Forschung, über die ich hier berichte, dauert natürlich noch und wir müssen abwarten, ob das, was die Forscher erreichen wollen, auch tatsächlich bei ihrer Arbeit unter dem Strich herauskommen wird. Dennoch finde ich es wichtig, dass jeder – als möglicherweise selbst Betroffener – erfährt, ob und was überhaupt an dem Thema getan wird. Forschungsgelder sind schließlich oftmals, wie auch in diesem Fall, das Geld der Bürger, wenn auch hier der US-Bürger. Außerdem ist es ein Stück Hoffnung.

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  2. Kiki Suarez schreibt:

    Na, ich hoffe auf den Impfstoff. gerade ist die Mutter einer Bekannten gestorben n einer Routineoperation, aber der Faden, mit dem sie genäht wurde, war nicht keimfrei. Sie litt wochenlang, die ärzte begingen einen Fehler nach dem anderen bis die Frau gestorben ist…..

    Kii

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    • federfluesterin schreibt:

      Das Krankenhauspersonal hat das Problem der multiresistenten Bakterien ja garnicht mehr im Griff. Das Einzige, was da noch helfen kann, ist ein ganz systematisches und stringentes Vorgehen, das gesetzlich auch vorgeschrieben und festgezurrt werden muss. Sonst schleichen sich die Krankenhausverwaltungen aus Kostengründen aus ihrer Verantwortung, die Mittel für die notwendigen Maßnahmen dem Personal zur Verfügung zu stellen.

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