Ampel auf Violett

(c) S. Hofschläger / pixelio.de

Offene Wunden lieben Bakterien besonders. Ob kleiner Schnitt oder winzige Schürfwunde, ein offener Knochenbruch oder eine große OP-Wunde, sie sind weit geöffnete Scheunentore in das Innere des Patienten.

Will ein Arzt kontrollieren, ob eine Wunde infiziert ist oder gut abheilt, muss er heute noch den sterilen Wundverband entfernen. Die Wunde ist dann offen den Keimen in der Umgebung ausgesetzt. Dazu gehören auch die Hände und Instrumente des medizinischen Personals.

Diesen Risikofaktor zu verringern ist das Ziel eines Forschungsprojektes, das die Fraunhofer-Gesellschaft mit ihrer Einrichtung für Modulare Festkörper- Technologien EMFT in München durchführt. Entwickelt wurde ein Ampel-Verband. Er zeigt die Veränderung des PH-Wertes in der Wunde an. Gesunde Haut hat einen pH-Wert unter 5. Er liegt damit im saueren Bereich. Liegt der Wert jedoch zwischen 6,5 und 8,5 und ist damit alkalisch, liegt häufig eine Infektion vor.

Der Ampel-Verband reagiert auf den Anstieg des pH-Wertes vom sauren in den alkalischen Bereich mit einer violetten Farbveränderung. Wenn also die Ampel auf Violett steht, muss der Arzt den Verband öffnen, die Wunde kontrollieren und gegebenenfalls medizinische Maßnahmen ergreifen. Steht die Ampel hingegen auf Weiß, kann auf eine Kontrolle der Wunde und das Öffnen des Verbandes verzichtet werden.

In Zukunft soll der Farbwert der Ampel über Sensoren im Verband erfasst und mit einem Scanner abgelesen werden können. Die Forscher hoffen, anhand der genauen Werte den Arzt dann sogar über den aktuellen Stand des Wundheilungsprozesses informieren zu können.

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2 Antworten zu Ampel auf Violett

  1. B. van Meurs schreibt:

    Wenn die Ampel auf Rot oder Gruen stehen wuerde, dann wuerde jeder schneller verstehen was los ist, auch der Hase.

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    • federfluesterin schreibt:

      Gibt es auch farbenblinde Hasen??? 🙂

      Aber in der Tat, ich habe auch gedacht, dass Grün, bzw. Rot sinnvoller wären. Das ist allerdings das, was ich als Frau Jedermann typischerweise empfinde. Als Frau Jedermann finde ich es auch verständlicher, wenn medizinische Überwachungsapparate nur dann piepsen, wenn etwas NICHT stimmt. Stattdessen piepsen sie ständig, wenn alles in Ordnung ist. Fällt der Ton weg, wird der Arzt nervös, denn DANN stimmt etwas nicht. Eine Logik, die sich einem normalen Menschen nicht von vorneherein erschließt.

      Teil der Forschung war in diesem Fall tatsächlich, einen passenden Farbstoff zu finden. Passend bedeutet, dass er erstens die gewünschte Reaktion bei der Veränderung des pH-Wertes zeigte, zweitens, sich in das Verbandmaterial dauerhaft eingliedern ließ, drittens, nicht in die Wunde und den Körper des Patienten übertrat und viertens, ungiftig und hautverträglich war. Offensichtlich war die Farbpalette, die überhaupt da noch zur Verfügung stand, nicht allzu groß.

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