Türklinken putzen

(c) Uta Herbert / pixelio.de

Was passt, genau genommen, besser auf Pflegekräfte in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen als der Ausdruck „Türklinken putzen“? Sie betätigen im Laufe ihrer Schicht unzählige Male die Türklinken der Zimmer ihrer Patienten. Sie müßten sie dabei eigentlich längst blankgeputzt haben. Tatsächlich aber gehören diese Türklinken und Lichtschalter zu den häufigen Übertragungsorten für multiresistente Keime, die dann mit der Pflegekraft, aber auch dem Arzt oder Besucher in den Flur, zum nächsten Zimmer und nächsten Patienten getragen werden. Daher gehört die Desinfektion der Hände direkt nach jedem Kontakt mit einem Patienten, noch vor dem Verlassen des Patientenzimmers zu den Hauptregeln hygienischen und präventiven Verhaltens. Aber wie leicht ist das vergessen, angesichts des Zeitdrucks, dem Pflegekräfte und Ärzte im Alltag ausgesetzt sind.

Materialwissenschaftler, Hygieniker und Mikrobiologen wollen daher keimtötende Materialien für all jene Baubestandteile und Gegenstände in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen entwickeln, die häufige Übertragungsorte von Keimen sind. Große Hoffnung wird auf die Entwicklung von Kupferlegierungen gesetzt. Schon lange ist bekannt, dass Kupfer Keime abtötet. Welche Mechanismen dabei wirken, wollen die Wissenschafter der unterschiedlichen Disziplinen gemeinsam herausfinden.

(c) Gnubier / pixelio.de

Kupfer ist jedoch zu weich, um daraus Türklinken oder Lichtschalter herzustellen. Legierungen haben die benötigte Härte. Sie können Putz- und Desinfektionsmittel über einen langen Zeitraum vertragen und verfügen über vergleichbare keimtötende Eigenschaften wie Kupfer selbst. Die Laserbearbeitung der Oberfläche der Kupferlegierungen soll diese Eigenschaften verstärken.

2008/2009 wurde in einem Feldversuch an der Asklepios Klinik Hamburg der Einsatz von kupferlegierten Türklinken und Lichtschaltern auf zwei Stationen erfolgreich getestet: die Infektionsraten verringerten sich im Vergleich zu Stationen, die nicht mit den neuen Klinken und Schaltern versehen waren. Diese Resultate müssen nun in größeren Studien bestätigt werden.

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