Blick hinter den islamistischen Vorhang

Stadt Teheran vor den Bergen des Damawand

Teheran (c) Zerényi / pixelio.de

Schwer zu fassen, wie das Leben in einem Land wie Nordkorea aussieht. In meiner Generation hat kein Deutscher, den ich kenne, je unter einer solchen Diktatur gelebt.  Es kommen ja kaum Informationen nach draußen, zu uns, geschweige denn Bilder. Wie können wir uns das vorstellen?

Aber Bilder aus dem Iran, die gibt es. Im Fotoblog „Life Goes On In Tehran“ eines Iraners, der eine Zeitlang in Los Angeles lebte und dann nach Teheran zurückging, wird jeden Monat eine neue Serie von Fotos, manchmal sogar Videos, gezeigt, die das Alltagsleben in Teheran abbilden. Ursprünglich nur für seine Freunde in den USA gedacht, ist die Qualität der mit einem Fotohandy aufgenommenen Fotos recht unterschiedlich. Die neueren Serien sind mit Erklärungen untertitelt, ältere leider nicht.

Weitaus besser als jede Fernsehnachricht zeigen die Fotoserien jedoch, wie heute das Leben in Teheran tatsächlich aussieht. Dies gilt, sehr subtil, auch für die Zeit der Proteste in der Hauptstadt letztes Jahr. Im Juni sehen wir nur Nahaufnahmen von Alltagsgegenständen in Wohnungen, alsob der Fotograf sich einen Monat lang nicht mehr aus dem Haus bewegt hätte. Im Juli finden wir ausnahmslos Fotos von Ausgängen, lauter Exits. War da der Wunsch, das Land zu verlassen, die Antriebsfeder für all diese Fotos?

Der Blogger wollte mit dem Fotoblog seinen Freunden und seiner Familie in den USA zeigen, dass das Leben im Iran nicht gefährlich ist. Für die politische Opposition im Iran kann diese Behauptung nicht mehr aufgestellt werden, soviel ist an Nachrichten bis nach Deutschland vorgedrungen. Wie sieht es aber für die ganz normalen Menschen im Iran aus, die dort ihr Alltagsleben leben wollen oder müssen?

Life Goes On In Tehran – eine Einladung zum „Make up your own mind“

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3 Antworten zu Blick hinter den islamistischen Vorhang

  1. Bart van Meurs schreibt:

    Iran sieht für mich aus wie andere Länder im Nahen Osten. Als ich die Bilder des Iraners sah, muss ich denken an das Foto Buch ‚Fault Lines/Turkey/East/West‘ von George Georgiou, das ich seit einigen Monaten habe.

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